Polemik
Wie wärs mit mehr Win-Win-Win?

Tommaso Manzin
Tommaso Manzin
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Ein einsamer Weihnachtsbaum an der Reuss in Bremgarten.

Ein einsamer Weihnachtsbaum an der Reuss in Bremgarten.

Urs Zimmermann

Ich weiss ja nicht, ob Sie auch das Glück haben, zwischen Weihnachten und Neujahr zu arbeiten. Ja, Glück. Die Züge sind leer, die Strassen und Büros auch. Man hat seine Ruhe. Und wie immer, wenn es passt, fragt man sich: Warum ist es nicht immer so? Klar ist es auch diese dämmrige Stimmung zwischen zwei leuchtenden Festen. Dennoch behaupte ich: Es könnte immer ein wenig sein wie jetzt. Und ich meine damit nicht den Weihnachtsschmuck (für die Folgen von Perma-Baumschmuck sei auf «Nicht nur zur Weihnachtszeit» von Heinrich Böll verwiesen). Nein, Teil der Magie ist die fühlbar geringere Dichte.

Alle reden von neuen Arbeitsformen: Teilzeit, von zu Hause, Job-Sharing usw. Dabei wäre das schon lange möglich. Warum macht man es nicht schon lange? Es wäre so zauberhaft praktisch: für Arbeitnehmer, die gern von zu Hause arbeiten, für die Arbeitgeber, die weniger fixe Plätze bräuchten, für die Gesellschaft, weil weniger Leute herumirren, es weniger Unfälle gäbe aber mehr Zeit für Kinderbetreuung – und, und, und. Win-Win-Win. Ach ja. Vorläufig hoffe ich einfach, auch nächste Weihnachten Glück zu haben – und keine Ferien.

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