AKW Beznau
Wie lange lohnt sich ein Atomkraftwerk?

Die AKW sind für die Energiefirmen eine gute Investition – bis vor kurzem. Wie lange lohnt es sich, mit Beznau Geld in das älteste AKW der Welt zu stecken, damit es weiter betrieben werden kann?

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Das Kernkraftwerk Beznau. (Archiv)

Das Kernkraftwerk Beznau. (Archiv)

Emanuel Per Freudiger

Jahrzehntelang waren Atomkraftwerke für Energieunternehmen ein gutes Geschäft. Mit zunehmender Betriebsdauer wurde die Stromproduktion immer günstiger, weil die Mittel, die für den Bau investiert wurden, längst abgeschrieben waren.

In den letzten Jahren hat sich das markant geändert – gerade bei Beznau, dem ältesten Atomkraftwerk der Schweiz. Um den sicheren Betrieb zu gewährleisten, investiert die Axpo rund 700 Millionen Franken, dazu kommen nach den Erkenntnissen aus Fukushima heute noch unbekannte Kosten zum Schutz gegen Überschwemmungen, und nun ein Verlust von 50 Millionen Franken, weil beide Reaktoren für Sicherheitskontrollen abgestellt werden müssen.

Da drängt sich die Frage auf, wie lange sich ein Atomkraftwerk noch lohnt. Die Axpo will ihre AKW so lange laufen lassen, wie ein sicherer Betrieb möglich ist. Aber ist es sinnvoll, Hunderte von Millionen in eine Anlage zu investieren, die rund drei Viertel ihrer Lebensdauer schon hinter sich hat? Und wie nachhaltig ist eine Strategie, die auf Atomstrom setzt, obwohl Windkraft und Solarenergie heute günstiger zu haben sind?

Tatsache ist: Anders als die BKW Energie AG, die ihr Atomkraftwerk in Mühleberg 2019 abstellt, will die Axpo ihre Anlagen in Beznau und Leibstadt noch jahrelang betreiben. Blind vertraut aber auch die Axpo nicht auf Atomenergie. Am gleichen Tag wie die Probleme in Beznau gab sie den Kauf eines deutschen Windpark-Betreibers bekannt. Die Energiewende ist also auch bei jener Firma ein Thema, die heute noch am meisten Atomstrom herstellt.

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