Polemik
Wie die Uni Zürich China kopiert

Anna Kardos
Anna Kardos
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Ein Dritter Mutterschaftsurlaub ist an de Uni Zürich nicht vorgesehen.

Ein Dritter Mutterschaftsurlaub ist an de Uni Zürich nicht vorgesehen.

Nordwestschweiz

Ein dritter Mutterschaftsurlaub ist nicht vorgesehen», erfahre ich von der Kanzlei der Universität Zürich, nachdem ich naiv unser drittes Kind angemeldet habe, «tut uns leid». Das wärs noch! Dass die Schweiz überschwemmt würde von einer Horde Akademikernachwuchs.

Die Vorstellung muss für gewisse Entscheidungsträger der Zürcher Universität geradezu schauderhaft sein. Es gelte: Edel sei die Akademikerin, hilfreich (der Forschung) und vor allem – elitär. Dass nun jede Elite eine strengste, zahlenmässige Einschränkung
mit sich bringt, liegt in der Natur der Dinge. Ähnlich in der Natur der Dinge liegt dummerweise auch der Kinderwunsch einiger Frauen, selbst wenn diese Akademikerinnen sind. Da lässt sich nicht viel ausrichten.

Oder doch? Betreibt China eine höchst erfolgreiche Ein-Kind-Politik, kriegen wir das auch hin, dachte sich die Universität Zürich vielleicht. Und versucht, vermehrungswütigen Studentinnen mit der Regelung den Riegel vor- beziehungsweise nachzuschieben. Denn das Kind ist bereits da. Da hilft alles Studieren nichts.