Bildung
Wie der Streit an Schulen enden kann

Yannick Nock
Yannick Nock
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Die Zukunft ihrer Kinder kann für die Eltern ein Grund sein, gegen die Schule vorzugehen.

Die Zukunft ihrer Kinder kann für die Eltern ein Grund sein, gegen die Schule vorzugehen.

Keystone

Der Umgangston an den Schulen ist rauer geworden – besonders an Elternabenden. Wenn es um die Zukunft ihrer Kinder geht, können Väter und Mütter schnell wütend werden. Allerdings hilft es nicht, mit dem Gang vor Gericht zu drohen. Dass Konflikte dennoch vor dem Richter enden, liegt auch am Ohnmachtsgefühl der Eltern. Sprechen sich Lehrer und Schulleiter gegen ihr Anliegen aus (wie etwa die Empfehlung für oder gegen das Gymnasium), haben sie das Gefühl, einer Übermacht gegenüberzustehen.

Die Idee der Lehrer, eine Ombudsstelle an Schulen zu schaffen, ist deshalb gut. Eine unparteiische Instanz moderiert, bevor der Streit eskalieren kann. Weil eine Ombudsstelle allerdings Symptombekämpfung ist, sind neben der Schule auch Unternehmen gefragt. Sie müssen ihre Lehrstellen besser bewerben. Die Schweiz rühmt sich nicht ohne Grund für ihr duales Bildungssystem. Aus aller Welt reisen Bildungsexperten an, um uns auf die Schulter zu klopfen und die (dank der Lehre) geringe Jugendarbeitslosigkeit zu loben.

Die Wertschätzung in der Schweiz selbst ist dagegen abhandengekommen. Erst wenn das Ansehen der Lehre wieder steigt, ist es für viele Eltern kein Weltuntergang mehr, wenn ihre Kinder es nicht ans Gymi schaffen. Denn das ist nicht das Ende aller Berufschancen, sondern ihr Anfang.

yannick.nock@schweizamwochenende.ch