Umfahrung Mellingen
Wer denkt an die Altstadt-Bewohner?

Mathias Küng
Mathias Küng
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Die Umfahrung Mellingen ist noch immer nicht in Sicht. (Archiv)

Die Umfahrung Mellingen ist noch immer nicht in Sicht. (Archiv)

Chris Iseli

Im Mai 2011 stimmte das Volk mit rund 60 Prozent Ja-Anteil der Umfahrung für Mellingen zu. Wer hätte damals gedacht, dass sechs Jahre später noch keine Schaufel Erde bewegt, kein Meter Strasse gebaut ist? Doch es ist so. In der Strassenkasse schlummern die 36 Millionen Franken für die Umfahrung. Beschäftigung brachte das Projekt bisher nur Planern, Juristen, Gerichten. Und die Menschen in Mellingen warten und leiden.

Bisher ging es im Streit um die Umfahrung «nur» um den Abschnitt 1 mit der Reussbrücke, die geschütztes Gebiet tangiert. Deshalb passte die Regierung diesen Abschnitt an. Das braucht mehr Land. Das bedingt eine Richtplananpassung. Weil das Bundesgericht sagt, man müsse beide Abschnitte zusammen sehen, rückt auch der zweite Abschnitt in den Fokus. Der Bauernverband nützt die Gelegenheit und beantragt, auf diesen zu verzichten, weil unnötig. So könne man Boden und Geld sparen und brauche keine Richtplananpassung.

Der Kanton ringt seit langem mit Umweltverbänden und Gerichten um eine akzeptable Lösung rund um Abschnitt 1 der Umfahrung. Mit der jetzt vorgetragenen Forderung des Bauernverbandes ist die Konfusion komplett, guter Rat teurer als je zuvor. Gewiss braucht die Umfahrung Land. Vielleicht lässt sich da noch etwas verbessern. Aber das Volk hat die Vorlage in Kenntnis und Abwägung der damit verbundenen Problematik und der Ausgleichsmassnahmen gutgeheissen. Weil es den Menschen in Mellingen helfen will. Um die geht es nämlich auch. Das scheint im Streit um die Umfahrung manchmal vergessen zu gehen.