Mensch & Medien
Wenn Facebook uns rettet

Christian Mensch
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Mark Zuckerberg will Zeitungsverlage mit drei Millionen Dollar unterstützen. (Archiv)

Mark Zuckerberg will Zeitungsverlage mit drei Millionen Dollar unterstützen. (Archiv)

/AP/ERIC RISBERG

Die Meldung ging durch die Weltpresse und fand ihren Niederschlag auch in den Schweizer Zeitungen: Facebook unterstützt führende US-amerikanische Zeitungen mit Rat, Tat und Geld in ihrem Bemühen, ein Geschäftsmodell für die Online-Vermarktung ihrer notleidenden Zeitungen zu finden.

Es war ein weiterer Akt von Facebook-Gründer Marc Zuckerberg, den Menschen wie Medien etwas Gutes zu tun. Zuvor hatte er angekündigt, die epidemische Verbreitung von «Fake News» auf seiner Plattform zu erschweren. Er änderte auch den Algorithmus, dass weniger Filmchen serviert werden, was zu weniger Clicks und weniger Einnahmen, dafür zu mehr sozialer Kommunikation der Facebook-Nutzer mit ihren echten Freunden führen soll.

Facebook meint es so gut mit uns wie Google. Deren «Digital News Initiative» verteilt insgesamt 150 Millionen Euro unter europäischen Verlegern, die sich mit digitalen Projekten um einen Beitrag bewerben können. Am Programm partizipieren auch Schweizer Verlage wie die AZ Medien, die diese Zeitung herausgibt.

Zeitungen wie die «New York Times» oder das «Wallstreet Journal» haben noch vor einem halben Jahr geklagt, die Social-Media-Giganten seien die Totengräber des Journalismus. Sie forderten Gesetzesänderungen, um deren parasitäres Verhalten zu unterbinden, mit publizistischen Inhalten, die andere teuer produzierten, billig Geld zu verdienen. Ihre Anklage fand weitaus weniger Gehör als Facebooks neueste Good-News.

Von Facebook ist zu lernen: Die traditionellen Medien sorgten für die Verbreitung der Frohbotschaft – und damit für die wohl billigste Image-Kampagne aller Zeiten. Denn Facebook stellt für seine Initiative gerade mal drei Millionen Dollar bereit.