Krankenkassen-Franchisen
Weniger Auswahl, mehr zahlen: Nein

Bundesrat Alain Berset will die Auswahl an möglichen Franchisen für Kinder und Erwachsene sowie die damit verknüpften Prämienrabatte senken . Die Aargauer Regierung hat etwas dagegen. Der Kommentar.

Mathias Küng
Mathias Küng
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Die Reduktion der Franchisenstufen bringt den Versicherten keine wesentliche Vereinfachung, so die Aargauer Regierung. (Symbolbild)

Die Reduktion der Franchisenstufen bringt den Versicherten keine wesentliche Vereinfachung, so die Aargauer Regierung. (Symbolbild)

KEYSTONE

Gesundheitsminister Alain Berset will es den Menschen einfacher machen. Sie sollen bei ihrer Krankenkasse nicht mehr unter so vielen möglichen Franchisen auswählen müssen wie heute. Gleichzeitig bleibt es dabei: Je höher die Franchise, die man wählt, desto mehr kann man die Krankenkassenprämie senken. So weit so gut. Leider will der Bundesrat aber bis auf eine bei den Franchisen, die er noch zulassen will, den Prämienrabatt reduzieren – auch bei Kindern.

Nun wählen natürlich vorab junge, sogenannt gute Risiken, hohe Franchisen, um Prämien zu sparen. Doch das tun sie nicht auf Kosten der Generationensolidarität. Sehr viele von ihnen haben ausser bei Unfällen nur kleine Arztrechnungen. Ein schöner Teil ihrer Prämien kommt damit älteren, kränkeren Versicherten zugute, also genau so, wie es das System vorsieht.

Sollen jetzt diejenigen, die via Franchise eigenverantwortlich handeln, Prämien sparen, aber auch ein höheres Kostenrisiko eingehen, dafür bestraft werden? Die Franchisen gehören doch zu den wenigen verbliebenen Anreizen im Gesundheitswesen, um selbstverantwortlich zu handeln. Zudem träfen die Rabattsenkungen Familien am stärksten. Die leiden heute schon am meisten unter den Krankenkassenprämien und leisten ihren Beitrag an die Generationensolidarität. Das tun sie übrigens ungefragt auch bei AHV und zweiter Säule.

Der Bund darf die Generationensolidarität nicht überstrapazieren. Auch deswegen ist Bersets Vorschlag, die Auswahl an Franchisen zu reduzieren und den Rabatt dafür zu senken, der falsche Weg.