AKB-Chefsessel
Weg mit dem Lohndeckel!

Zurück auf Feld 1: Die Aargauische Kantonalbank (AKB) muss mit der Suche nach einem CEO von vorn beginnen. Dass bei einem Personalentscheid etwas schiefgeht, kann passieren.

Christian Dorer
Christian Dorer
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Der Hauptsitz der Aargauer Kantonalbank in Aarau.

Der Hauptsitz der Aargauer Kantonalbank in Aarau.

Keystone

Bankratspräsident Dieter Egloff konnte gestern glaubwürdig erklären, warum die AKB das Risiko für vernachlässigbar hielt, dass der designierte Chef Andreas Waespi in den Fängen der Finanzmarktaufsicht hängen bleibt – was nun doch passiert ist.

Klar kann man im Nachhinein kritisieren, die AKB hätte «das Restrisiko», wie es Egloff nennt, nicht eingehen und das Ende der Finma-Untersuchung abwarten sollen. Nur: Die AKB stand unter gewissem Zugzwang, weil Waespi offenbar der einzige valable Kandidat war. Was wenig erstaunt: Der Grosse Rat hat den Lohn von knapp einer Million Franken auf 600 000 gekürzt. Das ist immer noch viel Geld, aber eben deutlich weniger als der Marktpreis. Jeder Regionenleiter einer mittleren Bank verdient mehr – warum soll da ein Top-Banker AKB-Chef werden wollen?

Was die Grossräte offenbar nicht verstanden haben: Die Wirtschaft funktioniert nicht kantonal. Wer Bankerlöhne senken will, muss das international anstreben. Jetzt hat der Grossrat bloss eines erreicht: dass sich nur noch die zweite Garnitur als AKB-Chef bewirbt. Das ist gefährlich, denn ein Bankenchef trägt riesige Verantwortung. Führt ein CEO die AKB umsichtig, dann liefert sie der Kantonskasse Millionen ab – 88,7 waren es 2003. Ein schwacher CEO hingegen kann eine Bank mit einem Fehlentscheid an die Wand fahren. Auf ein paar hunderttausend Franken Lohn kommt es nicht an – was zählt, ist ein Top-Mann an der Spitze.

Ein solcher ist CEO Rudolf Dellenbach, 63. Am besten verschiebt er den Ruhestand um ein paar Jahre – Oswald
Grübel war schliesslich auch bis 68 Bankenchef... Für die AKB wäre es die perfekte Lösung – und der Grosse Rat hätte Zeit, zur Vernunft zurückzukehren und den unseligen Lohndeckel zu öffnen.

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