Kommentar
Warum kompliziert, wenns einfach geht?

Wer mit Abfallverbrennen die Luft leicht verschmutzt, soll nur eine Busse bekommen, so die Regierung.

Mathias Küng
Mathias Küng
Merken
Drucken
Teilen
Beim Verbrennen von behandelten Brettern ensteht hochgiftiges Dioxin. (Symbolbild)

Beim Verbrennen von behandelten Brettern ensteht hochgiftiges Dioxin. (Symbolbild)

Polizei BL

Darum geht es: Strafen für Abfallverbrennung: Busse oder Anzeige bei leichten Fällen – was ist effektiver?

Wer Abfälle wie zum Beispiel behandeltes Holz im Freien oder im Cheminée verbrennt und damit unter Umständen hochgiftiges Dioxin verursacht, gefährdet und schädigt damit unmittelbar die Umwelt, sich selbst und die Menschen rundherum. Das gehört sanktioniert. Es ist allen zumutbar, solche Abfälle, die ja nicht jeden Tag anfallen, korrekt zu entsorgen oder entsorgen zu lassen.

Wer es nicht tut, sei es, weil man früher auch fahrlässig damit umging, oder aus purer Bequemlichkeit und um ein paar Franken Entsorgungskosten zu sparen, muss die Folgen seines Tuns spüren.

Doch muss diese Tat in jedem Fall eine Verzeigung nach sich ziehen, die aufwendig und teuer wird und den Betroffenen unter Umständen noch lange «verfolgt»? So wie es der Bund will? Wenn die herbeigerufenen Polizeibeamten feststellen, dass sie nicht vor einem notorischen Abfallsünder stehen und es zum Beispiel wirklich «nur» um einige behandelte Bretter geht, sollten sie dies an Ort und Stelle mit einer Busse ahnden und erledigen können, so wie es die Kantonsregierung will.

Mit einer vor Ort ausgefällten und sofort eingezogenen Busse erzielt man einen unmittelbaren Effekt. Hoffentlich mit dem erwünschten Lernerfolg. Sollte die Praxis zeigen, dass dies doch zu wenig Eindruck macht, kann man den Bussentarif immer noch erhöhen. Aber in leichten Fällen empfiehlt sich eine einfache und trotzdem nachhaltige anstelle einer aufwendigen und komplizierten Lösung.