Rücktritt
Warum Hochulis später Entscheid neue Chancen eröffnet

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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«Susanne Hochuli wurde zwar von rechts immer wieder heftig kritisiert, dennoch gibt es in den Reihen der Aargauer Grünen keine Person mit ähnlicher Strahlkraft wie sie.»

«Susanne Hochuli wurde zwar von rechts immer wieder heftig kritisiert, dennoch gibt es in den Reihen der Aargauer Grünen keine Person mit ähnlicher Strahlkraft wie sie.»

Chris Iseli

Enttäuscht, überrascht, irritiert: So reagieren Politiker auf den Entscheid von Susanne Hochuli, im Herbst nicht für eine dritte Amtsperiode als Regierungsrätin anzutreten.

Kritik bei den anderen Parteien löst weniger der Verzicht an sich, als vielmehr der späte Zeitpunkt der Kommunikation aus. Damit düpiere die eigenwillige Grünen-Politikerin nicht nur ihre eigene Partei, sondern mache es auch für andere politisches Kräfte schwierig, jetzt noch geeignete Kandi-daten zu finden und aufzubauen.

Tatsache ist: Auch wenn Susanne Hochuli ihren Verzicht früher bekannt gegeben hätte, wäre es für die Grünen schwer gewesen, ihren Sitz im Regierungsrat zu verteidigen.

Hochuli wurde zwar von rechts immer wieder heftig kritisiert, dennoch gibt es in den Reihen der Aargauer Grünen keine Person mit ähnlicher Strahlkraft wie sie. Robert Obrist, der ihren Sitz nun verteidigen soll, ist ein kompetenter, pragmatischer und umgänglicher Politiker, dennoch sind seine Wahlchancen gering.

Bei der heutigen Konstellation dürften Stephan Attiger (FDP), Urs Hofmann (SP) und Alex Hürzeler (SVP) als Bishe-rige wiedergewählt werden, ebenso der neue, aber bestens bekannte CVP-Kandidat Markus Dieth.

Obwohl nach dem Verzicht von Hochuli zwei Sitze vakant sind, ist also faktisch nur einer zu vergeben. Von der Wählerbasis her dürfte SVP-Kandidatin Franziska Roth die besten Wahlchancen haben.

Zudem ist sie seit gestern die einzige Frau im Kandidatenfeld. Sie muss aber erst beweisen, dass sie sich im Wahlkampf behaupten kann. Dieser hat eigentlich noch nicht begonnen, deshalb ist der späte Verzicht von Susanne Hochuli auch nicht negativ.

Vielmehr öffnet ihr Entscheid das Feld für neue Kandidaturen, die aus dem Duell zwischen Obrist und Roth einen Mehrkampf machen könnten.

2009: Die Grüne Susanne Hochuli wird in den Regierungsrat gewählt. Gartenarbeit diente ihr auch während ihrer Regierungszeit immer wieder als Ausgleich.
16 Bilder
Susanne Hochuli mit Pferd und Hund in ihrer Heimat an der Suhre.
2010: in ihrem zweiten Jahr als Chefin des Departementes Gesundheit und Soziales
2010: Truppenbesuch im Panzer. Ungewohnt für eine Grüne, aber selbstverständlich für eine Regierungsrätin mit Zuständigkeit Militär.
2011: Gruppenbild mit Dame. Der Gesamtregierungsrat posiert.
2011: Asyl-Aufstand in Bettwil. Ein Traktor blockiert Hochulis Fahrzeug aus Protest.
2012: Die Aargauer Gesundheitsministerin empfängt Bundesrat Alain Berset.
2012: Von Grün zu Grün: Mit Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf Schloss Lenzburg
2012: Susanne Hochuli ist zum ersten Mal Frau Landammann.
Alt Nationalrat Ulrich Siegrist gratuliert Frau Landammann Susanne Hochuli beim Apéro
2013: Susanne Hochuli bei sich auf dem Bauernhof mit Flüchtlingen.
2013: Hochuli wurde bald zur national bekannten Politikerin. Hier im Talk mit Roger Schawinski.
2014: Susanne Hochuli ist national bekannt. Hier am Swiss Award.
Susanne Hochuli beim grossen Interview als Landammann 2016.
2016: Hier muss sie den Safenwilern erklären, warum bei ihnen ein Asylheim eröffnet wird. Sie scheiterte schliesslich am Widerstand im Dorf.
2016: Ihr Dossier Asyl wurde von Jahr zu Jahr dominanter. Hier im TalkTäglich gegen Intimgegner Andreas Glarner.

2009: Die Grüne Susanne Hochuli wird in den Regierungsrat gewählt. Gartenarbeit diente ihr auch während ihrer Regierungszeit immer wieder als Ausgleich.

Aargauer Zeitung