Stadion Aarau
Vor Gericht gewonnen, doch jetzt fehlt das Geld

Urs Helbling
Urs Helbling
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So soll die neue Heimstätte des FC Aarau aussehen. Visualisierung/Ho

So soll die neue Heimstätte des FC Aarau aussehen. Visualisierung/Ho

Alles andere als die rasche Abweisung des Revisionsgesuches wäre eine grosse Überraschung gewesen. Ist der Durchbruch für das neue Stadion des FC Aarau nach dem Bundesgerichtsurteil vom Montag nun geschafft? Auf dem juristischen Parkett wohl schon. Es sei denn, der Einsprecher fände einen Weg und die finanziellen Mittel, den Neubau mittels eines Gangs nach Strassburg weiter zu blockieren.

So oder so sind die Stadion-Initianten jetzt am Zug. Das Alibi der hängigen Einsprache gibt es faktisch nicht mehr.

Gefordert sind primär die Stadt Aarau und das Generalunternehmen HRS. Letzteres ist daran, das Gesamtprojekt zu analysieren und neu zu berechnen. Das wird Monate dauern. Und ein frustrierendes Ergebnis ist zu befürchten. Die Gesamtkosten des Stadions dürften auf über 40 Millionen Franken steigen. Eine Finanzierungslücke von 5 bis 10 Millionen Franken wird sich wohl auftun.

Wer springt ein? Ein privater Investor? Wenig wahrscheinlich, da die Renditeaussichten bescheiden sind. Fans und Gönner des FC Aarau? Sie sind mit den 2 Millionen Franken, die sie laut Finanzierungskonzept aus dem Jahr 2007 beisteuern sollen, bereits stark gefordert.

Die Banken mittels eines Hypothekarkredits? 2007 versprach der Stadtrat in der Abstimmungsvorlage für den Kredit, das sei nicht vorgesehen. Die Stadt? Ein heisser Abstimmungskampf über den Nachtragskredit wäre vorprogrammiert. Das Schreckgespenst: eine Steuererhöhung wegen des Stadions.

Wir wiederholen, was wir bereits im Juni geschrieben haben: Beim Stadion bleibt der Wurm drin. Und nichts deutet darauf hin, dass er in absehbarer Zeit zum Verschwinden gebracht werden kann.