Polemik
Vom Staats-TV verordnete Euphorie

Dean Fuss
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Vladimir Petkovic freut sich mit "Man of the Match" Yann Sommer.

Vladimir Petkovic freut sich mit "Man of the Match" Yann Sommer.

KEYSTONE/AP/GEERT VANDEN WIJNGAERT

Man hätte glatt meinen können, die Schweizer Fussballnationalmannschaft habe soeben einen historischen Sieg gelandet. SRF-Moderator Rainer Maria Salzgeber und seine beiden Experten Raphael Wicky und Alain Sutter überboten sich nach dem 0:0 – in Worten: null zu null – zwischen der Schweiz und Frankreich mit euphorischen Wortmeldungen. Hervorragend sei die Leistung der Schweizer gewesen, die wichtige Prüfung habe die Mannschaft mit ganz ganz wenigen Abstrichen bestanden, hiess es da.

Immerhin: Dass Granit Xhaka und Co. trotz Überlegenheit in Sachen Ballbesitz zu keinem einzigen Schuss auf das französische Tor gekommen waren, wurde dann – so quasi als Randnotiz – doch auch noch thematisiert.

Dasselbe Bild in der Mixed-Zone: Praktisch jedes Interview begann mit den Worten «Das war eine ganz starke Leistung...». Normalerweise sind es die Befragten, die ihre Leistung stark reden, am Sonntagabend übernahm diesen Part das SRF-Personal.

Als Partykiller betätigte sich Valon Behrami. Er betonte, dass das Team nur seine Arbeit getan habe, «nicht mehr, nicht weniger». Ähnlich unaufgeregt analysierte Trainer Vladimir Petkovic das Gezeigte.