TCS-Rettungsflüge
Verzögerungstaktik löst keine Probleme

Für Rettungsflüge in der Nacht gilt auf dem Flugplatz Birrfeld eine Ausnahmebewilligung. Das Betriebsreglement muss deshalb angepasst werden, was bei den Beteiligten für rote Köpfe sorgt. Der Kommentar.

Claudia Meier
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Ob der TCS-Helikopter auf dem Flugplatz Birrfeld auch künftig nachts für Rettungsflüge starten und landen darf, hängt von der Erneuerung des Betriebsreglements ab.

Ob der TCS-Helikopter auf dem Flugplatz Birrfeld auch künftig nachts für Rettungsflüge starten und landen darf, hängt von der Erneuerung des Betriebsreglements ab.

Claudia Meier

Das Rettungswesen ist eine sensible Angelegenheit. Eigentlich hoffen wir alle, dass wir nie im Leben von einem gelben oder roten Helikopter abgeholt werden müssen. Und falls dann der Notfall doch eintrifft, sind wir froh, wenn die Hilfe möglichst schnell vor Ort ist. Bei diesem Thema sind oft Emotionen im Spiel – nicht nur bei Opfern und Angehörigen, sondern auch bei den Flugplatzbetreibern und dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl), wie das aktuelle Beispiel im Birrfeld zeigt.

Für Aussenstehende ist es kaum nachvollziehbar, warum es der Aero-Club Aargau seit Oktober 2013 nicht geschafft hat, das Betriebsreglement für den Flugplatz Birrfeld zu überarbeiten und die Nachtflüge für den TCS-Heli sauber zu regeln. Stattdessen ärgert sich der Aero-Club über die zunehmenden Regulierungen, missversteht möglicherweise Briefe vom Bund und fordert in letzter Sekunde erfolglos eine Trennung der beiden Geschäfte – Konzessions- und Betriebsreglementerneuerung – sowie einen späteren Abgabetermin.

Der Flugplatz Birrfeld, die Alpine Air Ambulance (AAA) mit ihrem TCS-Heli sowie der Kanton Aargau weibeln die ganze Zeit für den zentral stationierten Rettungshelikopter und führen ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit allen Interessierten stolz vor. Andererseits scheinen sie im Umgang mit administrativen Hürden einen relativ sorglosen Umgang zu pflegen. Gut möglich, dass der Aero-Club Aargau mit gewissen Verfahren – beispielsweise juristisch – an den Anschlag kommt. Aber gerade in solchen Fällen sollte er sich eigentlich auch kantonale Unterstützung holen dürfen.