FC Wohlen - FC Basel
Vertraut den Schiedsrichtern!

FC Wohlen - FC Basel. Es ist das Spiel des Jahres für den Aargauer Challenge-League-Klub. Doch das Spiel pfeift ein Basler. Darf das wahr sein? Ja, denn jeder Schiedsrichter leitet jedes Spiel nach bestem Gewissen.

Etienne Wuillemin
Etienne Wuillemin
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Es ist das Spiel des Jahres für den FC Wohlen. Der Cup-Achtelfinal gegen den FC Basel. Es ist die Möglichkeit, den grossen, übermächtigen FCB ins Chaos zu stürzen. Träumen erlaubt. Helden erwünscht.

Der Schiedsrichter dieser Partie heisst Adrien Jaccottet. Ein Basler, der früher manch ein FCB-Spiel in der Muttenzerkurve verfolgt hat. Seit dieser Fakt bekannt ist, sind die Debatten eröffnet.

Der Reflex ist naheliegend: Skandal, Vorteil FCB! Auch der Umkehrschluss tönt nachvollziehbar: Jaccottet, der Basler, wird über den FCB strenger urteilen, weil er genau weiss, dass jede Entscheidung doppelt und dreifach unter die Lupe genommen wird.

Natürlich, es gibt Dinge, die einen Schiedsrichter beeinflussen können. Ob Verein oder Spieler, wer bei jeder Entscheidung reklamiert, wer ständig die Schwalbe sucht, der steigt nicht in der Gunst. Das ist menschlich und kaum verwerflich.

Wenn Basels Stocker mit einer theatralischen Einlage dafür sorgt, dass FCZ-Verteidiger Benito die rote Karte erhält und im Cupfinal fünf Tage später zwischen denselben Teams gesperrt ist, dann kann es sein, dass der Schiedsrichter dann eine Strafraumszene als Schwalbe beurteilt.

Aber: Ob der Schiedsrichter bei Wohlen-FCB nun Jaccottet heisst oder nicht, hat nullkommanull Einfluss auf den Ausgang der Partie.

Jeder Schiedsrichter leitet jedes Spiel nach bestem Gewissen. Entweder er sieht ein Foul im Strafraum – oder eben nicht. Wer opfert schon so viel Freizeit, wie Schiedsrichter das tun, um dann die Karriere wegen des früheren Herzensklubs zu riskieren?

An WM-Endrunden galt eine Zeit lang sogar das ungeschriebene Gesetz, dass bei Duellen zweier Teams verschiedener Kontinente der Schiedsrichter von einem dritten Kontinent stammen sollte. Das ist absurd. Dass es auch anders geht, beweist das Eishockey. Kanada und die USA bestritten 2010 den Olympia-Final. In Vancouver.

Mit zwei kanadischen Schiedsrichtern. Es war weder für Fans, Trainer noch für Spieler ein Thema.

Weil die beiden zu dieser Zeit die besten Schiedsrichter waren. So ist es richtig.