Banken
Verschmäht und wieder entdeckt

Es brauchte eine Krise, bis die UBS den Schweizer Markt wieder entdeckte. Und auch der neue Chef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, hat im letzten Jahr gemerkt, dass im von seinem Vorgänger ach so verschmähten Schweizer Markt doch noch die eine oder andere Kopeke zu verdienen ist.

Andreas Schaffner
Andreas Schaffner
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Viel zu lange hat man das Loblied auf die Diversifikation gesungen und gleichzeitig sehr viel Geld ausgegeben für die Eroberung von neuen Märkten. Mit zweifelhaftem Erfolg. Noch heute leiden beide Grossbanken unter diesen gescheiterten Beutezügen.

Derweil sieht es für die Banken nicht schlecht aus, die inlandorientiert blieben, sich auf den Markt Schweiz fokussierten. Sie haben sich im zurückliegenden Jahr besser geschlagen als die beiden global engagierten Aushängeschilder. Das zeigten gestern die Raiffeisenbanken, zuvor die Kantonalbanken, die Valiant aber auch die Hypothekarbank Lenzburg. Sie glänzen mit guten Resultaten und einer soliden Eigenkapitalbasis. Und dies trotz des Wegfalls des Euro-Mindestkurses und der Einführung von Negativzinsen.

Zugegeben: Viele der genannten Institute profitierten davon, dass der Schweizer Immobilienmarkt in den letzten Jahren boomte. Hypotheken gingen wie warme Weggli über den Ladentisch. Dass dies ewig so weitergeht, ist kaum wahrscheinlich. Irgendwann werden die Zinsen steigen und dann wird das Eigenheim für viele unerschwinglich. Für diese Zinswende gilt es sich zu wappnen. Hier sind noch nicht alle inlandorientierten Banken gleich gut aufgestellt. Dies gilt es nun schleunigst nachzuholen.

andreas.schaffner@azmedien.ch

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