Chinas Kurswechsel
Unberechenbarer Syngenta-Deal

Stefan Schuppli
Stefan Schuppli
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Die Zukunft des Agrochemiekonzerns steht in den Sternen.

Die Zukunft des Agrochemiekonzerns steht in den Sternen.

KEYSTONE/AP/SETH PERLMAN

Wie rasch sich die Dinge ändern. Bis Ende August sah es so aus, dass allenfalls die US-Behörde CFIUS den Syngenta-Aufkauf verhindern könnte. Doch das CFIUS, das Committee on Foreign Investment in the United States, welches Auslandsbeteiligungen auf ihre US-strategische Bedeutung hin prüft, hatte keine grösseren Bedenken.

Jetzt sind die Chinesen dran: Offenbar besteht ein Plan, dass alle grösseren von chinesischen Firmen lancierten Übernahmen auf Eis gelegt werden, zumindest für ein Jahr. Damit stellen sich mehrere Fragen: Wie lange wird der Syngenta-Deal ausgesetzt? Könnte das ein definitives Aus sein? Und was läuft mit Syngenta in der Zwischenzeit?

Die Fragen sind schwierig zu beantworten. Syngenta selbst lässt derzeit nichts verlauten. Man kann aber davon ausgehen, dass sich die Voraussetzungen des Deals nicht grundsätzlich geändert haben. Es zeigt aber, dass in China der Wind sehr rasch drehen kann und entsprechende Massnahmen rasch und konsequent an die Hand genommen werden – wenn dort etwa die Erkenntnis reift, das Geld zusammenzuhalten und nicht ins Ausland abfliessen zu lassen.

Vielleicht wird Syngenta jetzt eine Weile schweizerisch bleiben. Eine Firma, die Syngenta zur Übernahme drängen wollte, fehlt jetzt: der US-Agrokonzern Monsanto. Er ist derzeit mit der Hochzeit mit Bayer beschäftigt.