Gesundheitsversorgung
Umdenken, bitte!

Roman Seiler
Roman Seiler
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KEYSTONE/APA/HELMUT FOHRINGER

Unverständlich: Der Bund versucht, ohne verlässliche Daten zu regulieren. Noch unverständlicher ist, dass es sich dabei um eine wettbewerbsbehindernde Massnahme wie den dauerhaften Zulassungsstopp für Ärzte handelt. Besser wäre, die ambulante Gesundheitsversorgung über eine zumindest partielle Aufhebung des Vertragszwangs zu steuern.

Das hiesse: Ärzte dürfen Behandlungen nur dann mit Krankenversicherern abrechnen, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Doch dagegen sperren sich Ärzte wie Patientenschützer. Dabei wären es gerade Hausärzte, die einen Beitrag zu besseren Behandlungen zu einem guten Preis erbringen können.

Denn wer sich in einer Gruppenpraxis in ein Prämiensparmodell einbinden lässt, spart Kosten ein. Besonders dann, wenn die Mediziner eine fixe Pauschale pro Versicherten erhalten. Damit hat der Hausarzt ein Interesse daran, unnötige oder zu teure Behandlungen zu vermeiden.

Das hilft Kosten zu sparen. Und ist auch für die Versicherten vorteilhaft: Wer ein solches Modell wählt, erhält einen Prämienrabatt in der Grundversicherung. Allerdings sind heute vor allem junge, gesunde Kunden dazu bereit, sich so zu versichern.

Dabei würden gerade ältere, kränkere Patienten profitieren, wenn sie in Gruppenpraxen umfassend beraten werden. Beispielsweise wie sie ihre Medikamente einnehmen müssen oder sich richtig ernähren können. Im Bereich der Grundversorgung könnte man also die Zulassung so steuern, dass in den Zentren Hausärzte mit Kassen abrechnen dürfen, die in Gruppenpraxen Pauschalen verrechnen.

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