Sturmgewehr-Streit
Über das Ziel hinausgeschossen

Vor fünf Jahren wurde die Waffenschutzinitiative im Aargau mit 61,4 Prozent Nein deutlich abgelehnt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Kritik am Vorschlag der EU-Kommission, das Sturmgewehr aus Kellern und Schränken zu verbannen, heftig ausfällt.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Sturmgewehre im Aargau: Politikerinnen und Politiker sind sich nicht einig, ob die Waffe zu Hause aufbewahrt werden soll.

Sturmgewehre im Aargau: Politikerinnen und Politiker sind sich nicht einig, ob die Waffe zu Hause aufbewahrt werden soll.

Aargauer Zeitung

Eine solche Verschärfung des Waffenrechts, die auch einen Bedürfnisnachweis und
medizinische Untersuchungen als Voraussetzung für den Kauf vorsieht, wäre vor dem Volk wohl chancenlos.

Weder der Kanton noch das Verteidigungsdepartement wissen, wie viele Sturmgewehre ehemalige Soldaten im Aargau zu Hause lagern. Ist dies ein Vertrauensbeweis des Staates an die Bevölkerung, wie Bürgerliche argumentieren? Oder ein unkalkulierbares Risiko, wie Linke kritisieren? Tatsache ist: Heute müssen nur jene Waffen in den Registern eingetragen sein, die nach dem 12. Dezember 2008 gekauft wurden.

National- und Ständerat haben sich 2015 gegen die Nachregistrierung älterer Waffen ausgesprochen. Dies hatten die Polizeidirektoren gefordert – zu wissen, wer eine Waffe besitzt, würde die Sicherheit bei Einsätzen erhöhen.

Dass die EU mit dem Sturmgewehr-Verbot über das Ziel hinausschiesst, ist klar. Doch vielleicht gibt der Druck aus Brüssel den Anstoss, ein umfassendes Waffenregister im Sinn
eines Kompromisses erneut zu prüfen.

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