Polemik
Trumps Amerika «second» statt «first»

Roman Seiler
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Ein Disneyland gibt es auch in Europa.

Ein Disneyland gibt es auch in Europa.

KEYSTONE/AP/MICHEL EULER

«Kauft bei Amerikanern», verlangt US-Präsident Donald Trump. Und poltert: «Amerika zuerst.» Töne, die fatal an die zwanziger und dreissiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts erinnern, sagte unter anderen Papst Franziskus.

Wenn Trump davon spricht, dass die USA wieder gross sein müssen, denkt der Unternehmer vor allem auch an seine Wirtschaft. Und genau da ist Trumps Achillesferse. Seine Wirtschaft ist auf Konsumenten angewiesen. Auch auf Konsumenten, die keine US-Amerikaner sind. Die können sich für «America second» entscheiden, wenn ihnen Trumps Töne nicht passen.

Wer gegen «America first» ist, lässt das US-Beef links liegen und kauft das Bio-Stück aus der Schweiz. Prüft, ob es immer ein Handy von Apple sein muss. Bucht Ferienwohnungen oder Hotelzimmer über einheimische Vergleichsportale statt über booking.com oder Airbnb. Das gilt insbesondere auch für die Ferien selbst: Kanada statt USA – die Schweiz oder Italien oder Frankreich. Mässigt sich Trump, kann man es sich wieder anders überlegen. Wenn nicht: Mehr als acht Jahre ist er nicht im Amt.