Polemik
Trump, Europa und die Schweiz

Benno Tuchschmid
Benno Tuchschmid
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«Was ist bloss mit uns Schweizern los, fragt man sich. Wieso merken wir nicht, dass Trumps Rhetorik ein Kondensat dessen ist, woran wir uns in der Schweiz über Jahre gewöhnt haben.»

«Was ist bloss mit uns Schweizern los, fragt man sich. Wieso merken wir nicht, dass Trumps Rhetorik ein Kondensat dessen ist, woran wir uns in der Schweiz über Jahre gewöhnt haben.»

AP

Die Amerikaner haben einen Präsidenten gewählt, der die Grenzen wieder stärker sichern will, Mexikaner als Vergewaltiger diffamiert, gegen muslimische Zuwanderer hetzt, sich nicht von Rechtsradikalen distanziert, pausenlos gegen das Polit-Establishment wettert, dem Volk die Macht zurückgeben will.

Was ist bloss los mit diesen Amerikanern, fragt man sich in der Schweiz.

Einem Land, in dem die mächtigste Partei des Landes die Grenzen wieder stärker sichern will, Kosovaren als Messerstecher diffamiert, ein Minarettverbot in der Verfassung verankern liess, einen Meinungsführer hat, der Besucher eines Nazi-Rockkonzerts als anständige Typen bezeichnet; seit Jahren alles, was nicht auf Parteilinie ist, verunglimpft und gegen die angeblich herrschende Classe politique agitiert.

Was ist bloss mit uns Schweizern los, fragt man sich. Wieso merken wir nicht, dass Trumps Rhetorik ein Kondensat dessen ist, woran wir uns in der Schweiz über Jahre gewöhnt haben.