Baden
Trauerspiel am Theaterplatz

Andreas Fahrländer
Andreas Fahrländer
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An der Badenfahrt rückte der Theaterplatz für kurze Zeit ins Bewusstsein der Stadt.

An der Badenfahrt rückte der Theaterplatz für kurze Zeit ins Bewusstsein der Stadt.

Chris Iseli

Wie gross war die Freude, als 2004 endlich klar war, dass der Theaterplatz von den Autos befreit wird und Baden einen neuen, grosszügigen, innerstädtischen Platz bekommt. Die Badener freuten sich auf eine grüne Oase mit schattigen Bäumen und herrlicher Aussicht. Doch daraus wurde nichts. Die Stadt bekam 2007 einen «Multifunktionsplatz» (was für ein hässliches Wort). Die Aussicht auf den Schartenfels ist zwar wahrlich prächtig. Mit dem «Piazza» und dem «Librium» hat der Platz heute auch zwei attraktive Anziehungspunkte. Doch der Platz selbst hat städtebaulich nie richtig funktioniert. Die 44 gepflanzten Winterlinden konnten hier nie wirklich wurzeln, von einer Allee kann keine Rede sein. Sie spenden kaum Schatten und müssen nun wohl bald gefällt werden. Billig wird das sicher nicht. Es drängt sich die Frage auf, wer hier versagt hat.

War es das Landschaftsarchitekturbüro, der Stadtrat, der Einwohnerrat? Für 5,1 Millionen Franken müsste es doch möglich sein, einen vernünftigen Platz zu bekommen, wird sich mancher Stimmbürger sagen. Dort, wo einst das Stadttheater stand, spielt sich nun seit 34 Jahren ein Trauerspiel ab. Schon 1984 entbrannte ein heftiger Streit, ob unter dem vom Verkehr befreiten Theaterplatz (darin waren sich die Badener einig) ein Parkhaus gebaut werden solle oder nicht. Das Parkhaus steht seit 2007 und funktioniert gut. Nun wäre es an der Zeit, endlich die Chance zu ergreifen und auch den Platz an der Oberfläche zu einem städtebaulich guten Ort zu machen. Mit gesunden Bäumen, die diesen Namen auch verdient haben. Auf dass die Stadt Baden hier endlich eine lebenswerte, grüne Oase erhält.