Mieten
Transparenz ist gut – aber kein Wundermittel

Vermieter sollen verpflichtet werden, Interessenten für eine Wohnung vor Vertragsabschluss mitzuteilen, wie viel ihr Vormieter bezahlt hat. Das ist an sich eine moderate Anpassung des Mietrechts und sorgt für mehr Transparenz auf dem Wohnungsmarkt.

Urs Moser
Urs Moser
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Wissen, wie viel der Vormieter bezahlt hat: Mit der Mietrechtsrevision jetzt möglich. (Symbolbild)

Wissen, wie viel der Vormieter bezahlt hat: Mit der Mietrechtsrevision jetzt möglich. (Symbolbild)

Keystone

Ein Wundermittel gegen überteuerte Wohnungen präsentiert der Bundesrat damit sicher nicht. Aber eine gewisse präventive, preisdämpfende Wirkung darf man sich durchaus erhoffen: Vermieter werden sich eher hüten, einen Mieterwechsel für ungerechtfertigte Aufschläge zu missbrauchen.

Das Bürokratie-Argument, das von den Hauseigentümern gegen die Mietrechtsrevision vorgebracht wird – jetzt auch mit Unterstützung der Aargauer Regierung –,sticht kaum. Zumutbar wäre die sogenannte Formularpflicht für die Vermieter durchaus. Allerdings hat es sich die Mieterlobby auch selbst zuzuschreiben, wenn sich nun massiver Widerstand regt und die Hauseigentümer dabei behördlichen Sukkurs zum Teil auch aus diesen Kantonen bekommen, die die geplante Neuregelung bereits kennen. In Zürich rät der Mieterverband zu einem eigentümlichen Vorgehen: einen Vertrag unterzeichnen, obwohl einem die Anfangsmiete zu hoch scheint, und ihn dann anfechten.

Das ist nicht im Sinne des Erfinders. Die zu Recht eingeforderte Transparenz will auch genutzt sein. Sie soll dazu dienen, dass sich die Mieter ein Bild machen können, ob ein Aufschlag gerechtfertigt ist. Zu diesem Zweck müssen die Vermieter ja eine Begründung mitliefern. Von den Mietern muss man dann aber schon auch verlangen können, dass sie sich die Mühe nehmen, diese auch zu prüfen – und das nicht einfach im Nachhinein den Behörden delegieren.