Störungen
Swisscom, SBB und Post: Die Pannenshow der Staatsbetriebe

Beat Schmid
Beat Schmid
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Für diejenigen, die nicht davon betroffen sind, haben die jüngsten Störungen den Unterhaltungswert einer Pleiten-, Pech- und Pannenshow. Am Freitag verweigerten die Billettautomaten der SBB während Stunden ihren Dienst.

Auch Online-Bestellkanäle funktionierten nicht. Man vermutete die Ursache bei einer Datenbank, doch auch ein Zusammenhang mit einer Störung im Swisscom-Netz könne nicht ausgeschlossen werden, hiess es. Denn beim halbstaatlichen Telekommunikationsunternehmen fielen gleichentags Teile des Mobilfunknetzes aus, nachdem zuvor das Telefonnetz von KMU-Kunden ausfiel.

Auch bei der Post kommt es immer wieder zu schwerwiegenden technischen Problemen. Letzten Mai versagten während eines Arbeitstages so ziemlich alle Services von Postfinance und der Post-Mutter. Es habe sich um eine «Fehlkonfiguration an Komponenten im Netzwerk» gehandelt, teilte der gelbe Riese später mit. Man reibt sich die Augen. Was ist bloss mit unseren Staatsbetrieben los?

Die Fehleranfälligkeit lässt sich mit Technologien wie dem Internet erklären, das alles und jedes miteinander vernetzen kann. Das ist der Grund, warum nicht nur ein Billettautomat, ein Postomat seinen Dienst verweigert, sondern gleich eine unüberblickbare Anzahl. Weil zunehmend alles miteinander verbunden ist, können kleine Fehler in einer zentralen Komponente zu einem grossflächigen Problem werden.

Post , SBB und Swisscom befinden sich in staatlicher Hand. Das ist so gewollt, auch ihre Dominanz in ihren Märkten ist politisch erwünscht. Doch in einer vernetzten Welt hat das seinen Preis. Je grösser die Gebilde, desto weitreichender sind die Folgen, wenn etwas schiefgeht.

Wir werden die Fehleranfälligkeit der grossen Service-public-Unternehmen in Zukunft vermehrt zu spüren bekommen. Dass sie einen besseren Service public als die private Konkurrenz bieten, wie sie zu meinen glauben, das ist passé.

beat.schmid@schweizamwochenende.ch