Polemik
Stoppt den Grill-Terror

Benno Tuchschmid
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Tsch-tsch: Die Grill-Epidemie.

Tsch-tsch: Die Grill-Epidemie.

KEYSTONE/AP Underwriters Laboratories/Jonathan Cohon

Hoffentlich wird es bald Herbst. Ich mag nicht mehr. Dieses Grillieren. Ich habe es satt. Verstehen Sie mich richtig: Ich mag Fleisch. Ich mag auch den Sommer. Aber dieser para-religiöse Grillierfanatismus, der sich hierzulande breitmacht, sobald die Temperaturen über 20 Grad gehen; es verdirbt einem den Spass. Tsch-tsch.

Dieses Jahr ist es besonders schlimm mit dem Tsch-tsch. Lange verhinderte das schlechte Wetter das Ausbrechen der Grill-Epidemie. Doch seit die Temperaturen hoch sind, kompensieren alle ihr Defizit. Keine Einladung, ohne dass der Gastgeber grillt. Es brutzelt in Gärten, auf Dachterrassen und dank diesen unsäglichen Einweg-Grills auch in öffentlichen Parks. Kulinarisch sind die Grill-Abende meist ein Reinfall. Ich ertrage keine neue Variante eines schlechten Kartoffel-Salats mehr. Am allerschlimmsten sind diese vormarinierten, gift-orangenen Vakuum-Fleisch-Mocken, die einem meist jene Menschen offerieren, die sonst nie kochen. Und dann kommt man heim, und will sich erholen von der Grill-Tortur. Und am TV kommt diese Tsch-Tsch-Werbung.

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