UBS
Stich in die Blase

Daniel Zulauf
Daniel Zulauf
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UBS hat im Geschäftsjahr 2017 wegen Sonderfaktoren weniger Gewinn geschrieben als im Vorjahr. (Archiv)

UBS hat im Geschäftsjahr 2017 wegen Sonderfaktoren weniger Gewinn geschrieben als im Vorjahr. (Archiv)

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Im Stall der UBS steht ein Goldesel. Dieser machte es möglich, dass die Schweizer Grossbank zehn Jahre nach dem Beinahe-Kollaps wieder glänzend dasteht. Normalerweise erhalten Firmen, die so arg in Schieflage geraten, kein frisches Geld zur Rekapitalisierung von privater Seite.

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Doch der UBS gelang das Kunststück – nicht zuletzt, weil die Investoren um den Goldesel wussten. Sehr viele Kunden der Grossbank sind Millionäre und viele gar Milliardäre. Die Vermögen dieser Superreichen wachsen in einem atemberaubenden Tempo, was einen starken Treiber für die UBS darstellt.

Gleichzeitig ist diese Entwicklung inzwischen zu einem globalen Problem geworden. Eine ungleiche Verteilung der Vermögen behindert langfristig die ganze Wirtschaft, denn sie schliesst Konsumenten aus und schafft ein Klima, in dem wirtschaftsfeindliche Regierungen gedeihen können. Deshalb rät selbst der Internationale Währungsfonds betroffenen Ländern zu einer Stärkung der Steuerprogression.

Die UBS selber erkannte das Problem 2015 in ihrem Milliardärs-Report: Steuern, Initiativen zur Förderung der sozialen Gerechtigkeit sowie geopolitische Spannungen «werden wahrscheinlich signifikante Konsequenzen für die Vermögensbildung haben», liest man da. Ein Stich in die Blase mag die UBS kurzfristig schmerzen. Längerfristig ist eine gleichmässigere Entwicklung aber auch für die Bank von Nutzen.