«Royal»-Blockade
Stadt Baden müsste sich einen Ruck geben

In einem offenen Brief äussern die Betreiber des Kulturbetriebs im ehemaligen Badener Kino Royal ihre Ernüchterung über die Blockade-Situation. Gespräche auch mit der Stadt Baden fanden nicht statt. Der Kommentar.

Martin Rupf
Martin Rupf
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Der Name Royal erinnert auch an die früheren Zeiten als ältestes Badener Kinohaus. (Archiv)

Der Name Royal erinnert auch an die früheren Zeiten als ältestes Badener Kinohaus. (Archiv)

AZ

Im Herbst 2011 nahm der Kulturbetrieb in ehemaligen Kino Royal in Baden seinen Betrieb auf. Zwar war dieser von Anfang an als Zwischennutzung angelegt – das Grundstück und damit auch das «Royal» gehören nicht der Stadt, sondern einer privaten Firma, die grosse Pläne hegte. Doch seit kurzem steht fest, dass der Eigentümer dort nicht wie ursprünglich geplant zum grossen Wurf ansetzen wird, sondern das Gebäude für die nächsten 25 Jahre lediglich anders nutzen will.

Grundsätzlich ist es nicht primär Aufgabe der Stadt, den Betrieb einer solchen Kultur-Oase zu gewährleisten oder ein solches Kultur-Lokal zur Verfügung zu stellen, was übrigens auch die Betreiber nie verlangt haben. Im Gegenteil: Sie hatten sich lediglich konkrete Konzepte erhofft, wie man so ein spartenübergreifendes Kulturhaus längerfristig auf eigenständiger Basis hätte betreiben können. Doch leider haben solche Gespräche gar nie stattgefunden.

Mit der neuen Ausgangslage und im Wissen um die grosse Erfolgsstory des «Royal» müsste sich die Stadt doch nochmals einen Ruck geben und Gespräche mit der Eigentümerin suchen – immerhin wirbt die Stadt mit dem Slogan: «Baden ist. Kultur».

Die Vorstellung, dass der kreative Schmelztiegel Royal schon bald durch einen 0815-Laden ersetzt wird, tut nicht nur Kulturschaffenden weh. Und auch der Stadtrat selber hat schon mehrmals die Bedeutung des Kulturbetriebs hervorgestrichen und dessen Ende als Verlust bezeichnet. In der jüngsten Ausgabe der Badener Kulturagende figuriert ein Anlass im Royal sogar unter «Topevents» – wie lange noch?