Sparpläne für Bildung
Sparen am falschen Ort

Daniel Ballmer
Daniel Ballmer
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Studenten an der Universität St. Gallen (Archiv)

Studenten an der Universität St. Gallen (Archiv)

Keystone

Der Bund steht vor wirtschaftlich schwierigen Zeiten. In den kommenden Jahren
drohen der Staatskasse rote Zahlen. Sparen tut not. Und dabei darf es keine Tabus geben – nicht einmal bei der Bildung. Kommt hinzu: Wenn der Nationalrat heute die Botschaft zu
Bildung, Forschung und Innovation berät, geht es nicht darum, Geld zu sparen. Es geht einzig darum, das Ausgabenwachstum einzudämmen. Das muss nicht bedeuten, dass die Bildungsqualität in der Schweiz bachab geht.

Und doch: Solange in Bereichen wie der Landwirtschaft oder den Spitälern noch viel Sparpotenzial ungenutzt bleibt, wird hier am falschen Punkt angesetzt. Denn letztlich kann die Bedeutung der Bildung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Auswirkungen auf die verschiedensten Bereiche sind enorm: So ist es etwa erklärtes Ziel, über die Botschaft zu Bildung, Forschung und Innovation das Inländerpotenzial deutlich besser zu nutzen. Mit einer Stärkung der höheren Berufsbildung sollen mehr dringend benötigte Fachkräfte ausgebildet werden. Gleichzeitig sollen mehr Ärzte ausgebildet werden. Beides trägt dazu bei, die
Zuwanderung einzudämmen – eine Herzensangelegenheit der SVP, die nun aber an vorderster Front gegen zusätzliche Mittel kämpft. Während viele daran zweifeln, dass die Ziele ohne
Zusatzmittel zu erreichen sind.

Aber noch viel wichtiger: Die Bildung ist mit Abstand das wichtigste Standbein des Wirtschaftsstandorts Schweiz. In einem Land ohne Bodenschätze und andere Rohstoffe können nur top ausgebildete Männer und Frauen zur Prosperität beitragen. Investitionen in die Bildung sind demnach auch Investitionen in die Zukunft der Schweiz. Natürlich geht es hier um viel Geld. Um sehr viel Geld. In keinem anderen Bereich aber ist es langfristig so gewinnbringend angelegt wie in der Bildung.

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