Polemik
So schade um all die Stars

Sébastian Lavoyer
Sébastian Lavoyer
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Die Fans trauern um George Michael.

Die Fans trauern um George Michael.

Keystone/EPA/ANDY RAIN

Haben Sie sie auch gelesen, diese Kommentare? «Jetzt auch noch George Michael, wann ist 2016 endlich vorbei», schlugen einem die Buchstaben via Facebook ins Gesicht. Ähnlich wars, als Kuba-Revoluzzer Fidel Castro, Bass-Brummer Leonard Cohen, Carlo Pedersoli aka Bud Spencer oder Muhammad Ali, Messias aller Boxfreunde, das Zeitliche gesegnet haben. Alle 2016.

Dank Fotogalerien auf People-Seiten könnten wir Dutzende weiterer Stars aufzählen, die im zu Ende gehenden Jahr starben. Millionenfache Betroffenheit. Irgendwen haben wir alle gemocht. Irgendein Ende betraf auch uns.

Aber wissen Sie was? Mir genügen die Push-Nachrichten der News-Portale, die bei Bekanntwerden solcher Schicksale im Sekundentakt aus dem Smartphone schreien. Die Trauerwelle auf Facebook? Diese «Ich mochte ihn im Fall auch!»Bekundungen? Kann mir alles gestohlen bleiben! Irgendwann hängts mir nur noch zum Hals raus. Aufgeblasen. Pseudo.

Ich steh auf «in Stille trauern». Richtig real. So real wie Leonard Cohen, der mich zu diesen Zeilen begleitet. Eigentlich schade, ist er gestorben.

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