Kampfjet-Beschaffung
Schon droht das nächste Fiasko

Henry Habegger
Henry Habegger
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Ein US-Kampfjet des Typs F-15. (Symbolbild)

Ein US-Kampfjet des Typs F-15. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP/ARIEL SCHALIT

Das letzte Mal war die Sache noch vergleichsweise übersichtlich. Drei Kampfjets standen zur Debatte, am Schluss wählte der Bundesrat auf Antrag der Armee den Gripen aus. Doch bereits da waren das Gezerre im Hintergrund und die Tricksereien aller möglicher Akteure enorm, denn es ging um viel Geld. In den letzten Wochen und Monaten zeigte sich, dass Verteidigungsminister Parmelin über sich hinauswachsen muss, wenn er mit seinem Konzept für den Schutz des Luftraums Erfolg haben will. Sein an sich lobenswerter Ansatz, Flugzeuge und Luftabwehr koordiniert zu beschaffen, sorgt für noch mehr Angriffsfläche und noch mehr unterschiedliche Interessen als beim letzten Mal. Schon darum, weil weit mehr ausländische Rüstungsfirmen involviert sind. Diesmal auch israelische und amerikanische, die alle versuchen werden, ihre Interessen durchzusetzen. Und weil es um noch mehr Geld geht, werden die Akteure mit noch härteren Bandagen kämpfen.

Wer sich in der letzten Session in Bern etwas bei bürgerlichen Parlamentsmitgliedern umhörte, der stellte fest: Die Animositäten aus dem hart geführten Gripen-Abstimmungskampf und dem Bodluv-Streit sind keineswegs verschwunden. Es öffnen sich wieder Gräben unter den Armee-Promotoren, selbst innerhalb der gleichen Partei. Die Befürworter von Kampfjets und Luftabwehr werden nicht umhinkommen, sich schnell auf gemeinsame Strategie und Stossrichtung zu einigen. Sonst ist das nächste Fiasko gewiss.