Pandemie
Schätzungen zu den Covid-Impfungen reichen nicht – die Kantone müssen rasch Zahlen liefern

Der Bund versprach für Dienstagabend detaillierte Angaben zu den Kantonen. Doch wir müssen uns mit einer Schätzung begnügen

Andreas Möckli
Andreas Möckli
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Rund 110000 Dosen sind landesweit bis Montagabend verabreicht worden

Rund 110000 Dosen sind landesweit bis Montagabend verabreicht worden

KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Die Ungeduld ist enorm. Je schneller möglichst viele Bewohner der Schweiz gegen Corona geimpft werden, desto rascher ist ein Ende der Pandemie absehbar. Müde von der Krise wollen wir nun wissen, wie rasch die Impfkampagne in den Kantonen voranschreitet. Doch Zahlen dazu sind ein rares Gut.

Der Bund versprach für gestern detaillierte Angaben zu den Kantonen. Doch wir müssen uns mit einer Schätzung begnügen: Rund 110000 Dosen sind landesweit bis Montagabend verabreicht worden. Zahlen zu den einzelnen Kantonen: Fehlanzeige. Auch die Daten zu jenen Personen sind Mangelware, die bereits zweimal geimpft wurden. So lässt sich nicht abschätzen, wie viele Menschen in der Schweiz tatsächlich mindestens eine Dosis erhalten haben.

Am 7. August hat der Bund den ersten Impfvertrag abgeschlossen. Am 23. Dezember wurde die erste Person im Kanton Luzern geimpft. Und dennoch schaffen es Bund und Kantone knapp einen Monat später noch immer nicht, tagesaktuelle Zahlen für die ganze Schweiz zu liefern. Das ist schlicht unverständlich. In anderen Ländern ist das kein Problem.

In diesen düsteren Zeiten sind positive Coronanachrichten umso wichtiger. Den Fortschritt bei den Impfungen zu verfolgen, gäbe vielen eine Perspektive, um ein mögliches Ende dieser Krise abzuschätzen. Der Bund und die Kantone müssen die Zahlen nun möglichst rasch liefern.