Kreml
Sanktionen lassen Putin kalt

André Ballin, Moskau
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Reagiert auf die US-Sanktionen gegen sein Land: Russlands Präsident Wladimir Putin. (Archiv)

Reagiert auf die US-Sanktionen gegen sein Land: Russlands Präsident Wladimir Putin. (Archiv)

Keystone/AP POOL RIA NOVOSTI KREMLIN/MIKHAIL KLIMENTYEV

Kurz vor der russischen Präsidentenwahl verschärft sich der Konflikt zwischen Russland und dem Westen: Nach Grossbritannien haben nun auch die USA neue Sanktionen gegen Moskau verhängt; die einen wegen eines mutmasslichen Giftgasanschlags, die anderen wegen ebenso mutmasslicher Einmischung in den US-Wahlkampf. Moskau weist natürlich brüsk alle Anschuldigungen von sich. Auf die westlichen Restriktionen will der Kreml mit mindestens spiegelgleichen Vergeltungsmassnahmen antworten.

Als Wahlkampfdämpfer taugt die Sanktionsrunde übrigens rein gar nichts. Wladimir Putin muss nicht befürchten, dass der Druck aus dem Westen ihm die Wähler verschreckt. Im Gegenteil: In so einer Situation dürfte die Mobilisierung seiner Stammwählerschaft noch besser gelingen. Seit Jahren schwören die staatlichen Medien das Volk darauf ein, dass der Westen einen unerklärten Krieg gegen Russland führt.

Das Wort «Provokation» dominiert nun die russischen Schlagzeilen. In der Situation werden sich die konservativ-nationalistischen Kreise, auf die sich Putin stützt, erst recht um den Oberbefehlshaber scharen.

Putin müsste eher Konsequenzen für das Wahlergebnis befürchten, wenn er in dem Konflikt klein beigibt. Aus dem Grund werden wir in den nächsten Tagen wohl Zeugen einer weiteren Eskalation werden. Das Verhältnis Moskaus zum Westen scheint ohnehin endgültig verdorben zu sein. Da richten die Sanktionen keinen weiteren Schaden an.