Apropos
Ruhe in Frieden, kleine Ashawnty

Urs Moser
Urs Moser
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Ashawntys Eltern gingen mit der tragischen Geschichte an die Öffentlichkeit, weil sie dazu beitragen wollen, dass andere die Gefahren von Mobbing realisieren. (Symbolbild)

Ashawntys Eltern gingen mit der tragischen Geschichte an die Öffentlichkeit, weil sie dazu beitragen wollen, dass andere die Gefahren von Mobbing realisieren. (Symbolbild)

Pixabay

Ein 10-jähriges Mädchen nahm sich das Leben, weil es von anderen Kindern gemobbt wurde. Folgendes soll sich in der Stadt Aurora im US-Bundesstaat Colorado zugetragen haben: Ashawnty Davis hatte sich mit einem Mädchen gerauft, das sie «tyrannisiert» haben soll. Das hatte ein Mitschüler gefilmt, das Video landete im Internet. Als Ashawnty das realisierte, sei sie niedergeschmettert gewesen und habe sich zwei Wochen später im Kleiderschrank erhängt, gab ihre Mutter gegenüber einem Fernsehender zu Protokoll.

Ashawntys Eltern gingen mit der tragischen Geschichte an die Öffentlichkeit, weil sie dazu beitragen wollen, dass andere die Gefahren von Mobbing realisieren. «Wir müssen das stoppen, wir müssen damit bei unseren Kindern beginnen», sagte Vater Anthony Davis im TV-Interview.

Wirklich eine zutiefst tragische Geschichte, gewiss. Aber auch eine verrückte, die uns fragen lässt, in was für einer Welt wir eigentlich leben. Man wünscht den trauernden Eltern im fernen Aurora in Colorado alle Kraft zur Überwindung des Schicksalsschlags und bei ihrer Aufklärungsarbeit zum Thema Mobbing. Der kleinen Ashawnty hätte man aber noch etwas anderes gewünscht: Dass sie beigebracht bekommen hätte, dass eine Pausenplatzrangelei nicht das Ende der Welt bedeutet – selbst wenn ein Filmchen davon kursiert.