Schul-Standorte
Reduziert auf das Machbare

Das neue Raum- und Standortkonzept für die Sekundarstufe II steht. Der Vorschlag der Regierung nimmt Rücksicht auf alle.

Jörg Meier
Jörg Meier
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Aktion auf dem Campusplatz Brugg-Windisch für den Erhalt des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZ).

Aktion auf dem Campusplatz Brugg-Windisch für den Erhalt des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZ).

Michael Hunziker

Bildungsdirektor Alex Hürzeler hätte gerne viel radikaler aufgeräumt. Er hätte die Standorte der Berufsschulen stärker konzentriert, die Auslastung der einzelnen Schulen mehr gesteigert; er hätte die Kompetenzzentren dadurch fitter gemacht für die sich rasch verändernden Anforderungen an die Berufsbildung. Schliesslich hätte er auch liebend gerne mehr eingespart als bloss die zwei Millionen Franken pro Jahr, die unter dem Strich jetzt noch bleiben.

Aber mehr war nicht möglich. Zu gross und zu umfassend war der Widerstand aus allen Lagern gegen alle von der Regierung präsentierten Varianten.

Was nun vorliegt, ist ein moderater Kompromiss. Auf drastische Massnahmen wird verzichtet. Die regionalen Befindlichkeiten werden zum wichtigsten Kriterium. Pädagogische und finanzielle Überlegungen müssen hinten anstehen.

Fast niemand verliert, und wer doch verliert, dem wird Kompensation in Aussicht gestellt. Alle, die sich für die eigene Schule engagiert haben, dürfen sich ein bisschen als Sieger fühlen; und das tut gut, besonders auch in einem Wahljahr.

Der Vorschlag der Regierung mag deshalb als mutloser Kompromiss erscheinen. Er ist aber in erster Linie ein vernünftiger Kompromiss. Denn er beschränkt sich auf das, was im Kanton der Regionen zurzeit machbar ist. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass nach fünf Jahren endlich ein verbindliches und akzeptiertes und für die nächsten Jahre geltendes Raum- und Standortkonzept für die Sekundarschule II vorliegt. Und die Berufsschulen könnten sich dann wieder voll und ganz auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren.