Kölliken
Rechtzeitig und richtig

Das Gelände der Deponie Kölliken soll in ein Naturschutzgebiet verwandelt werden.

Jörg Meier
Jörg Meier
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Arbeit in der Sondermülldeponie Kölliken

Arbeit in der Sondermülldeponie Kölliken

Aargauer Zeitung

Die Sanierung der Sondermülldeponie Kölliken ist auf gutem Weg. Der grösste Teil des Giftes ist abtransportiert. Bis zur fertigen Auffüllung und Rekultivierung des Areals dauert es aber noch mindestens fünf Jahre.

Doch was geschieht dann mit dem rund acht Hektaren umfassenden Gelände, das einem Konsortium gehört? Die eindrückliche Holzkonstruktion der Halle beflügelt die Fantasie; manche mögen gar nicht glauben, dass die Halle bald verschwinden wird. Und dann?

Pro Natura Aargau präsentiert jetzt einen Vorschlag: Kölliken möge doch bitte subito mit der Planung beginnen und das Gelände der ehemaligen Deponie als Naherholungs- und Naturschutzgebiet einzonen. Da ein solches Verfahren mehrere Jahre dauert, müsse man jetzt das Verfahren einleiten, damit es ungefähr zeitgleich mit der Sanierung abgeschlossen ist.

Naherholungsgebiet statt Sondermüll – das tönt gut. Man mag es den geplagten Köllikern gönnen, wenn sie nach den langen und mühseligen Deponiejahren nun mit einem einzigartigen Naturschutzgebiet belohnt werden. Und wir erkennen auch die schöne Symbolik: Die Natur überwindet das Gift der Menschen und kehrt zurück. Der Kreuzkröte wird es besser gehen denn je.

Auch der Zeitpunkt des medienwirksam vorgetragenen Vorschlags ist ideal: Er kommt rechtzeitig und er kommt genau richtig. Immerhin befinden sich zwei wichtige Protagonisten – Martin Bossard und Johannes Jenny – mitten im Wahlkampf. Aber das ist wohl nur ein Zufall.