Umfahrung Mellingen
Rechnung mit drei Unbekannten

Der Kanton Aargau passt die Umfahrung Mellingen an. Obwohl ein Gerichtsentscheid zur Beschwerde der Umweltverbände noch aussteht. Der Kommentar.

Mathias Küng
Mathias Küng
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Mellingen leidet nach wie vor unter dem Verkehr - die Umfahrung lässt auf sich warten.

Mellingen leidet nach wie vor unter dem Verkehr - die Umfahrung lässt auf sich warten.

Chris Iseli/ AZ

Die Beschwerde von WWF und VCS gegen die Umfahrung Mellingen ist beim kantonalen Verwaltungsgericht hängig, ein Entscheid steht noch aus. Das Baudepartement passt das Projekt aber schon in zwei Punkten an und will es im Januar öffentlich auflegen, um voranzukommen.

Das ist ungewöhnlich und ergibt die Unbekannte Nr. 1: Woher will der Kanton wissen, wie das Gericht entscheidet und ob man nicht eine zeitraubende Zusatzschlaufe riskiert?

Unbekannte Nr. 2 ist ein bisher unveröffentlichtes Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission.
Dieses hat das Verwaltungsgericht als Entscheidungsgrundlage verlangt. Im Baudepartement scheint man sich sicher, mit den Projektanpassungen dem Gutachten Rechnung zu tragen.

Die Änderungen sind gemessen an den Einwänden der Umweltverbände gering und liessen sich ohne Mehrkosten umsetzen. Demnach kann das Projekt des Kantons nicht so schlecht gewesen sein. Offen bleibt nebst dem ausstehenden Gerichtsurteil die Frage, wie die Umweltverbände reagieren.

Unbekannte Nr. 3: Akzeptieren sie es, wenn die Fachleute für Natur- und Heimatschutz tatsächlich nicht mehr Änderungen verlangt haben? Oder ziehen sie ihre Beschwerde weiter?

Solche Beschwerdeverfahren sind für alle Seiten sehr aufwendig und enorm zeitraubend, der Ausgang ungewiss. Derweil leiden die Menschen in Mellingen sehr unter dem Durchgangsverkehr. Falls das geänderte Projekt dem Gutachten wirklich Rechnung trägt, sollten die Beschwerdeführer dies akzeptieren. Das wäre ein tolles Weihnachtsgeschenk für Mellingen.

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