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Pornos – frei nach Marx inszeniert

Max Dohner, aus dem TV-Sessel
Max Dohner, aus dem TV-Sessel
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Ausschnitt aus dem Film "Von Blümchensex und Knetfiguren".

Ausschnitt aus dem Film "Von Blümchensex und Knetfiguren".

MDR

Der Sitz des MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) ist Leipzig. Im Zug der deutschen Wiedervereinigung ersetzte der MDR aufgelöste Fernsehsender der DDR. Das animiert natürlich zu Erinnerungen (aber von diesem Senderblödsinn wollen Sie gar nichts lesen): Erinnerungen u.a. an die gute alte DDR-Pornografie. Der MDR stellte einen Dokumentarfilm zusammen: «Von Blümchensex und Knetfiguren».

Die Autoren verwendeten auch Material, das zu DDR-Zeiten in Gartenlauben und Hobbykellern gedreht worden war. Wenn das der alte Erich gewusst hätte! Vor allem Honeckers Frau Margot, diese Spiesserin mit einem nicht organischen, sondern mit eisernem Hirn, Ministerin für Volkserziehung. Und? Wie ging es zu bei den Rotdeutschen, heisser als im Westen?

Mehr verboten, aber weniger verklemmt – wie damals an ostdeutschen FKK-Stränden. In den Filmchen steckte oft Handarbeit, wo Sex dargestellt wurde anhand von Plastelina-Figuren. Filmzirkel drehten nach Feierabend, nach der Drehpflicht über Arbeitsschutz, auch Filme über Arbeitersolidarität, nicht sozialistisch interpretiert, sondern erotisch.

1983 wurde es der Stasi zu bunt. Sie hob in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) einen Pornoring aus mit 2000 Mitgliedern. Und verzichtete auf Strafverfahren – aus Toleranz? Öch, auf der Liste standen zu viele prominente Genossen.

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