Kommentar
Polizei darf Cannabis-Konsum nicht tolerieren

Solange Cannabis verboten ist, ist es die Aufgabe der Polizei, das geltende Gesetz anzuwenden. Der Kommentar.

Nicola Imfeld
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Cannabis ist in der Schweiz seit Generationen umstritten. (Symbolbild)

Cannabis ist in der Schweiz seit Generationen umstritten. (Symbolbild)

KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

Wer im Kanton Aargau Cannabis sucht, der findet. Und das ziemlich schnell. Während eines Selbstversuchs am Bahnhof in Aarau hätte der az-Reporter innert zehn Minuten zweimal Cannabis erwerben können. Ihm wurden zehn Gramm angeboten, was in etwa 20 Joints entspricht. Mit dieser Menge hätte selbst ein Süchtiger für eine Woche vorgesorgt.

Cannabis ist in der Schweiz seit Generationen umstritten. Es gibt zwei unterschiedliche Positionen: Die einen verteufeln Cannabis als Einstiegsdroge, die Jugendliche in den Abgrund treibt. Die anderen würden Marihuana lieber heute als morgen legalisieren und fordern die Gleichstellung mit der Volksdroge Alkohol. Für zusätzliche Verwirrung sorgt nun der Verkauf von legalem Cannabis – dem sogenannten «CBD-Hanf» mit weniger als einem Prozent der psychoaktiven Substanz THC. Die Polizei kann von blossem Auge nicht zwischen herkömmlichem Cannabis und dem legalen «CBD-Hanf» unterscheiden.

Auch wenn Cannabis illegal ist, handhabt die Kantonspolizei Aargau den Konsum bei erwachsenen Personen liberal. Man macht keine Jagd auf Kiffer und stellt nur
Ordnungsbussen in der Höhe von 100 Franken aus, wenn es nicht anders geht. Eine Volksinitiative, welche die Legalisierung von Cannabis forderte, erlitt im Jahr 2008 deutlich Schiffbruch. Nur gerade 37 Prozent der Stimmenden in der Schweiz legten damals ein «Ja» in die Urne. Knapp zwei Drittel waren also gegen die Legalisierung. Und solange Cannabis verboten ist, ist es die Aufgabe der Polizei, das geltende Gesetz anzuwenden und durchzusetzen.