Apropos
Papier oder nicht Papier?

Eddy Schambron
Eddy Schambron
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Keystone

Nicht auf Facebook? Nicht auf Twitter? Nichts mit Instagram, Snapchat? Man ist ja schnell von gestern, vor allem, wenn man schon ein bisschen angejahrt ist. Aber jetzt kommt Erlösung für all jene, die nicht unkritisch irgendwelchen Stuss in weltumspannende Netzwerke liefern wollen. Immer mehr Organisationen, ist zu erfahren, kehren angesichts zunehmender Cybergefahren zum guten alten Papier zurück.

Was eigentlich nicht weiter erstaunen sollte. Oder was hat für Sie mehr Wert: Eine Liebeserklärung auf Twitter oder eine handgeschriebene auf Papier, mit schöner Briefmarke im Briefkasten liegend?

Welchen Informationen trauen Sie mehr: Solchen, die im Netz herumschwirren, möglichst noch auf 140 oder neuerdings auf 280 Zeichen runtergetwittert, und die nach ein paar Stunden oder Tagen von anderen zugedeckt werden? Oder jenen, die auf Papier gedruckt und sozusagen für die Ewigkeit sind und deshalb vielleicht sorgfältiger verfasst wurden? Andere Frage: Haben Sie die zahlreichen Fotos auf Ihrem Computer oder Ihrem Handy in zehn Jahren noch? Und wenn ja, finden Sie sie wieder – wie diejenigen auf Papier in den Alben, die Ihre Eltern angelegt haben?

Es könnte sein, dass die, die heute ein bisschen von gestern sind, morgen diejenigen sind, die lachen. Denke ich mir. Und lasse die Nadel sanft auf eine schöne Vinylplatte gleiten.