Aperçu
Ob Klex oder Klax ist doch ein Klacks

Max Dohner, im TV-Sessel, perplex
Max Dohner, im TV-Sessel, perplex
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In Berlin bekriegen sich die Kindergärten. (Symbolbild)

In Berlin bekriegen sich die Kindergärten. (Symbolbild)

Kenneth Nars

Kindergarten-Krieg zwischen Kirchheim und Berlin. Der eine Kindergarten heisst Klex, der andere Klax. Die beiden Spielparadiese liegen knapp 500 Kilometer Luftlinie entfernt; Kirchheim liegt am Neckar, Berlin bleibt Berlin.

Von Klax in Berlin kam geharnischte Post. Klex in Kirchheim habe den Namen abgekupfert, kopiert, geklaut; der vertauschte Vokal sei kein «Alleinstellungs-Merkmal». Im Gegenteil, er verwirre Eltern. Die fahren frühmorgens irrtümlich 500 Kilometer weit, zum falschen Kindergarten? Genarrt vom Navi und vom fiesen «e». Das könne man schon verwechseln, heisst es aus Berlin. Klex dürfe sich nicht mehr Klex nennen. Sonst drohe Rechtsstreit mit Klax. Juristen, aufgerüstet mit Gummischwert und Plastikhelm, nennen es – im Ernst – eine unstatthafte Urheberrechts-Verletzung.

Als Kompromiss bot Klax Klex an, bis Ende Jahr sich Klex zu nennen – gegen eine Entschädigung von 1000 Euro. Darauf begab sich der Bürgermeister von Kirchheim demonstrativ zu seinen Kindern und markierte Solidarität: «Je suis Klex» (oder ähnlich). Er erfand eine politische Lösung: «Wir heissen jetzt Klecks!» Das Fernsehen NDR kam und filmte die Posse genüsslich ab. Klex-Kinder malten ihr Logo stets mit gelbem Klacks. Und lernten jetzt: Ein brauner Film hiess mal «Hitlerjunge Quex».