Rentenreform
Noch gibt es viele Unsicherheiten

Eine exklusive Auswertung der Altersreform zeigt, welche konkreten Folgen zu erwarten sind.

Andreas Schaffner
Andreas Schaffner
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Keystone/GAETAN BALLY

Noch ehe der Abstimmungskampf zur Altersreform 2020 so richtig entbrannt ist, zeigt sich: Es wird eine Monster-Abstimmung. Die Gegner wetzen ihre Messer. Sie haben einen Punkt schon jetzt auf sicher: Die Vorlage ist extrem kompliziert. Die Auswirkungen der Rentenreform, die sowohl die AHV als auch die zweite Säule umfasst, sind nicht in allen Details absehbar. Insbesondere ist noch unklar, wie sich die Kompensationen auswirken, da der Bundesrat vergangenen Freitag zwei Varianten in die Vernehmlassung geschickt hat.

Kommt hinzu, dass die politische Diskussion ja nicht einfach aufgehört hat. Aufgrund der Missbräuche beim Kapitalbezug sind Gegenmassnahmen nötig geworden: Der Ständerat hat faktisch einen Rentenzwang eingeführt und die Wahlmöglichkeiten im obligatorischen Bereich eingeschränkt. Das soll dazu führen, dass die Ergänzungsleistungen nicht für Pensionierte hergezogen werden, die ihr angespartes Vermögen verprassten. Doch der Schuss könnte auch nach hinten losgehen: Wenn jetzt diejenigen, die es sich leisten können, nur im überobligatorischen Bereich anfangen, Kapital zu beziehen, dann schwächt es viele Pensionskassen eher. Denn diese sogenannten umhüllenden Kassen machen heute eine Mischrechnung mit dem Umwandlungssatz. Beim überobligatorischen Teil wird mit einem tieferen Satz gerechnet, als beim obligatorischen Teil.

Bis zur Abstimmung ist es deshalb wichtig, dass aus dem Departement Berset möglichst transparent informiert und die Folgen der Reformen klar dargelegt werden.

andreas.schaffner@azmedien.ch

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