Kantonsbudget
Nicht über das Ziel hinausschiessen

Der Kanton will die Lohnsumme fürs Staatspersonal um 2,4 Prozent erhöhen. Der Kommentar.

Mathias Küng
Mathias Küng
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Das Staatspersonal - und damit auch die Lehrer - soll nach mehreren Nullrunden mehr Lohn erhalten. (Symbolbild)

Das Staatspersonal - und damit auch die Lehrer - soll nach mehreren Nullrunden mehr Lohn erhalten. (Symbolbild)

Keystone

Dem aargauischen Staatshaushalt droht trotz drei Sanierungspaketen erneut ein Loch von bis 250 Millionen Franken. Da mutet es seltsam an, dass der Kanton seinen Angestellten den Lohn um 1 Prozent erhöhen und auch den sogenannten Mutationsgewinn neu fürs Personal einsetzen will. Letzterer entsteht, weil neue jüngere Mitarbeitende als Ersatz für Pensionierte günstiger sind. Insgesamt soll die Lohnsumme so um 2,4 Prozent steigen. Damit schiesst die Regierung aber übers Ziel.

Das tut auch der Gewerbeverband, wenn er fordert, den Personalaufwand beim Kanton um 3 Prozent zu senken. Das machen Privatfirmen so, wenn es nicht anders geht. Sie passen dann aber auch ihre Produktepalette an. Dem Kanton – mit einer im Vergleich sehr schlanken Verwaltung – kann man aber nicht einfach Mittel entziehen, ohne ihm zu sagen, welche Aufgaben er nicht mehr oder nur noch reduziert erbringen muss. Letztere sind erst
auf Notwendigkeit abzuklopfen. Einsparungen resultieren dann, wenn man auf Wünschbares verzichtet.

Reden muss man aber über die Löhne. Denn der Kanton steht wie eine private Firma im Wettbewerb um die besten Mitarbeitenden. Er bezahlt gut, ohne Frage. Doch wenn die Konkurrenz (in diesem Fall andere Kantone) ihn zu sehr überflügelt, verliert er viele gute Leute. Das droht zunehmend. Dem ist in der Budgetdebatte gezielt Rechnung zu tragen.