Uefa-Mitglied Kosovo
Nati-Spieler müssen Farbe bekennen

Markus Brütsch
Markus Brütsch
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Die UEFA nahm bei ihrem Kongress in Budapest den Kosovo als Mitgliedsverband auf

Die UEFA nahm bei ihrem Kongress in Budapest den Kosovo als Mitgliedsverband auf

KEYSTONE/AP MTI/TIBOR ILLYES

Seit ein paar Jahren hat vage die Frage gelauert: Was passiert, wenn der Kosovo eines Tages für WM- und EM-Qualifikationsspiele zugelassen wird? Seit Dienstag ist das Thema auf dem Tisch. Es geht nur noch darum, ab wann das neue Mitglied mitmischt. Und ob der Weltverband es zulässt, dass die bisher für die Schweiz, Albanien oder Belgien auflaufenden Doppelbürger neu für den Kosovo spielen — falls sie denn wechseln möchten.

Anzunehmen ist, dass ihnen die Fifa keine Steine in den Weg legt. Bisher hat einzig Behrami Stellung bezogen und erklärt, er werde weiter für die Schweiz kicken.

Was tun die anderen? Sie müssen jetzt Farbe bekennen. Mit Shaqiri und Granit Xhaka sind ausgerechnet die Besten mit dieser Frage konfrontiert. Gut möglich, dass sie erst mal die EM abwarten und danach entscheiden. Und sich dann sagen, wenn die Schweiz nicht gerade Europameister geworden ist: Die Nati haben wir gesehen, der Kosovo ist eine tolle Herausforderung.

Für die Brüder Xhaka wäre es verlockend, sie könnten gemeinsam in einem Team spielen. Anzunehmen ist überdies, dass auch sie mitbekommen haben, dass die Stimmung um die Nati nicht die beste ist und es nicht «Meier und Müller» sind, die polarisieren. Dies könnte ihren Entscheid zugunsten des Kosovo erleichtern.

Für die Nati wäre es sportlich eine klare Schwächung. Doch auf den Knien müsste man keinen um einen Verbleib bitten. Ein Ja zu ihr wäre indes ein starkes Zeichen ihrer Identifikation mit der Schweiz. Und vielleicht der Beginn einer Entkrampfung rund um die Nationalmannschaft und ihrer Beziehung zur Öffentlichkeit.