Kommentar
Nach «Wave»-Bar Fussballparty: Lärmmessung könnte die Lage beruhigen

Fabian Hägler
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Nach dem Sieg der Schweiz gegen Serbien an der Fussball-WM wurde es vielerorts laut. (Archivbild)

Nach dem Sieg der Schweiz gegen Serbien an der Fussball-WM wurde es vielerorts laut. (Archivbild)

WALTER BIERI

Es waren Bilder, die man im Aargau sonst selten sieht: Nach dem Sieg der Schweiz gegen Serbien an der Fussball-WM feierten Fans ausgelassen auf den Strassen, schwenkten Fahnen, zündeten Feuerwerk und fuhren laut hupend durch die Städte. Schon vor dem Spiel kündigte die Kantonspolizei an, bei den Feiern ein Auge zuzudrücken und nur bei gefährlichen Situationen einzuschreiten. Dies war beim Public Viewing in der «Wave- Bar» in Muri offenbar nicht der Fall.

Deshalb dürfte der Brief eines Anwohners, der auf angebliche Sicherheitsrisiken hinweist, beim Kanton wenig auslösen. Damit ist der Konflikt zwischen dem Barbetreiber, der zugleich Gemeindepräsident ist, und dem Nachbarn jedoch nicht gelöst. Dieser reicht Jahre zurück, schon die Eltern des Anwohners klagten über zu viel Lärm aus dem «Wave».

Der Vorwurf, der Gastronom werde bevorzugt, weil er politisch einflussreich sei, ist gerade darum nicht haltbar. Die Bar besteht schon seit dem Jahr 2000, der Besitzer wurde jedoch erst 2014 zum Gemeindepräsidenten gewählt.

Bleibt die Frage, ob das «Wave» am richtigen Ort steht. Diese stellt sich nicht nur beim Lokal in Muri, sondern auch beim Club «Kiste» in Baden, oder bei der Kunsteisbahn in Aarau. Dort mussten die Behörden über Öffnungs- und Betriebszeiten entscheiden.

In Aarau gab es heftige Auseinandersetzungen, weil viele Anwohner betroffen sind. Dies ist in Muri offenbar anders, hier hat sich bisher nur ein Nachbar gemeldet. Doch auch dieser hat das Recht, dass sein Anliegen ernst genommen wird. Eine unabhängige Lärmmessung könnte zeigen, ob die Vorschriften eingehalten werden.

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