Kommentar
Nach Rosenkrieg: Pfarramt-Neuwahl in Umiken muss ehrlicher ablaufen

Der Kampf zwischen der Umiker Kirchenpflege und Pfarrerin Christina Winkler ist entschieden: Die alleinerziehende Mutter zweier Kinder muss gehen. Nun gilt es, im Kirchenarbeit bis Ende Jahr möglichst viel Normalität zu gewährleisten.

Claudia Meier
Claudia Meier
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Kehrt bald Normalität in die reformierte Kirche in Umiken ein?

Kehrt bald Normalität in die reformierte Kirche in Umiken ein?

Emanuel Freudiger

Entweder die Pfarrerin oder die Kirchenpflege: Die Wahlbedingungen in der Kirchgemeinde Umiken wurden im Vorfeld deutlich über mehrere Kanäle mitgeteilt. Weniger transparent waren die gegenseitigen Anschuldigungen. Die liessen sich mit Recherchen kaum erhärten. Wer sich mit beiden Seiten unterhielt, merkte schnell, dass die Situation nicht mehr zu retten war und wie lächerlich gewisse Vorwürfe waren.

Nun hat sich der Souverän gegen die Pfarrerin und für die Kirchenpflege entschieden. Damit ist das Problem aber noch lange nicht gelöst. Nun sind beide Seiten gefordert, sich bis Ende Jahr zusammenzuraufen. Die Pfarrerin soll einerseits das Konfirmandenlager wie geplant durchführen dürfen, ohne dass ihr andauernd mehrere Kirchenpfleger wie Polizisten zur Seite gestellt werden.

Andererseits ist die Kirchenpflege bei der Neubesetzung der Pfarrstelle gefordert, ganz präzis zu formulieren, was sie vom neuen Amtsträger erwartet. Sie muss die Kirchgemeinde rechtzeitig informieren, wenn Bewerber einen Probegottesdienst halten, damit sich die Kirchgänger eine eigene Meinung über die Kandidierenden bilden können. Kurz: Es braucht den unbedingten Willen zur Annäherung, um den tiefen Graben, der durch die Kirchgemeinde Umiken geht, wieder zuzuschütten.

Es nützt nämlich nichts, andauernd von christlicher Nächstenliebe zu sprechen und dabei die Faust im Sack zu machen. Und solange sich einige Kirchenpfleger weiter als Lückenbüsser verstehen, lassen sich auch die drei Vakanzen und das Präsidium nicht besetzen.