Polemik
Mutti bei Papa

Max Dohner
Max Dohner
Drucken
Teilen
Doris Leuthard und Papst Franziskus

Doris Leuthard und Papst Franziskus

KEYSTONE

Das finde ich nun nicht weiter stossend: Doris Leuthard, die Bundespräsidentin, hat bei ihrem Besuch in Rom ihre Mutter mitgenommen. Was soll’s? Wann hat der gemeine Bürger, die gemeine Bürgerin schon die Möglichkeit einer Audienz beim Papst? Doch nur, wenn irgendeine staatliche, diplomatische oder weiss der Geier was für eine Mission dahinter steht. Sogenannte höhere Interessen.

An die kann man sich hängen wie an Heissluft-Ballone. Ich wüsste nicht, wieso man jemanden beneiden sollte, weil er mit dem Stellvertreter Petri spricht. Es gibt, denke ich, wohl auch direkte Drähte in den Himmel. Allein Röbi Koller dürfte sich grämen, der Bruder Klaus von SRF: Das hätte ihm einfallen sollen. Zum Teufel, es wäre sein Masterpiece bei «Happy Day» geworden!

Anders sieht es Klaus Stöhlker, der PR-Profi und Blogger auf «In$ide Paradeplatz». Er schreibt: «Wenn Bundesanwalt Michael Lauber einen Schweizer Spion in Deutschland auffliegen lässt und Bundesrat Ueli Maurer auch noch bestätigt, er wisse seit Jahren von der Spionage, ist dies ein multiples Staatsversagen. Dem Schweizer Bürger und dem spottenden Ausland wird ein Seldwyla an der Aare vorgeführt, das auch nicht besser wird, wenn Bundespräsidentin Leuthard ihre Mutter zum Staatsempfang beim Papst in den Vatikan mitnimmt.» Pardon, Herr Stöhlker, das ist Polemik. Die hat gerade hier überhaupt keinen Platz.

Aktuelle Nachrichten