Baden/Wettingen
Müssen wir das Velo jetzt schieben?

Für den neuen Velo- und Fussweg müssen die Stadt Baden und die Gemeinde Wettingen statt 3,07 Millionen neu 4,02 Millionen Franken auf den Tisch legen. Der Kommentar.

Martin Rupf
Martin Rupf
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Unter der Eisenbahnbrücke ist die Limmat noch sehr naturnah
8 Bilder
Unter der Eisenbahnbrücke führt der Kulturweg durch
Die mächtige Stahlkonstruktion der Eisenbahnbrücke blick in Richtung Baden
Radfahrer unterwegs in Richtung Baden
mit der geltenden Signalisation könnte die Brücke zur Bussenfalle werden
Die Eisenbahnbrücke überwindet das Limmattal
Die Eisenbahnbrücke ist Teil der SBB Linie von Brugg nach Zürich
Der Radweg zwischen Baden und Wettingen

Unter der Eisenbahnbrücke ist die Limmat noch sehr naturnah

Alex Spichale

Dass Projekte im Verlaufe der Realisierung teurer werden, kommt immer wieder vor und ist noch kein Skandal. Zusatzkredite für einzelne Vorhaben werden von der Legislative denn auch regelmässig durchgewinkt – ganz nach dem Motto: «Wer A sagt, muss auch B sagen».

Doch die Konstellation für den Veloweg-Zusatzkredit könnte vor allem auf Badener Seite nicht ungünstiger sein, steht doch Sparen auf dem Programm. Diesem Spardiktat fiel zuletzt ebenfalls ein Velo-Projekt zum Opfer, als der Einwohnerrat im Oktober entschied, auf eine Bewachung der geplanten Velostation zu verzichten und so jährlich 80 000 Franken einzusparen.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Einwohnerrat für einmal nicht bereit ist, «B» zu sagen und zu den 1,9 Millionen Franken nochmals 420 000 Franken draufzulegen. Schon an der Ratssitzung im Mai 2013 wehrte sich die SVP gegen den Baukredit: «Sollen Velofahrer ihr Velo doch über die Brücke schieben», so das Argument. Trifft dieses Szenario tatsächlich ein, wäre dies für die Velofahrer in der Region ein weiterer Dämpfer.