Badener Blitzkasten
Muss nicht Schule machen im Aargau

In Baden wird der erste stationäre «Blechpolizist» aufgestellt. Roman Huber findet: Durch den Blitzerkasten wird die Stadt Baden damit zur Aargauer Test-Stadt.

Roman Huber
Roman Huber
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Bald wird in Baden ein fixer Blitzkasten stehen.

Bald wird in Baden ein fixer Blitzkasten stehen.

AZ

Eine Differenz lässt sich gleich zu Beginn feststellen: Die Kantonspolizei hat in ihrem Zuständigkeitsbereich keine Blechpolizisten fix am Strassenrand stehen, weil sie von deren Wirkung wenig hält und auf andere Mittel setzt. Eine Mehrheit der Politik in Baden will das nun anders sehen. Man braucht deswegen die Schöpfer dieser Idee einer Radarfalle an einem neuralgischen Verkehrsknoten im Stadtzentrum ja nicht gleich Abzocker zu schimpfen. Es ist schliesslich jedem Verkehrsteilnehmer freigestellt, ob er Rotlichter respektiert und Geschwindigkeitslimiten einhält.

Zuoberst sollte bei allen Massnahmen das Interesse an der Sicherheit im Strassenverkehr stehen, für sich selber, die Familie, die Kinder und alle andern Teilnehmer. Dafür sollen die Mittel sinnvoll eingesetzt werden. Ob das bei der jetzt geplanten Überwachungsanlage der Fall ist, darf infrage gestellt werden, soll jedoch von Spezialisten beurteilt werden. Eine Begleitung und Überprüfung dieser Massnahme ist sinnvoller, als dass man gleich in ein Klagelied von freiheitsbedrohten Autofahrern einstimmt.

Betrachten wir es doch wie folgt: Die Stadt Baden wird damit zur Aargauer Test-Stadt, die vielleicht verhindert, dass Blechpolizisten bald allerorten aus dem Boden schiessen. Gleichzeitig wird der Kanton ein bisschen schweizerischer, indem er den eigenen Fall als letzte Radarfallen-freie Bastion im Lande fürs Erste einfach hinnimmt. Was nun als Imageschaden gilt – der Zustand zuvor oder derjenige danach –, lassen wir doch am besten die andern beurteilen.

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