Mehr Mut!

Daniel Weissenbrunner
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Frauen schaffen es heute bis ganz nach oben, in den Bundesrat. Mit Simonetta Sommaruga, Karin Keller-Sutter und Viola Amherd sitzen aktuell drei Frauen in der Landesregierung. Doch der Schein trügt: Erst recht in den Gemeinderäten präsentiert sich ein anderes Bild. Im Aargau gehört durchschnittlich eine Frau den kommunalen Gremien an. In der neuen Gemeinde Zurzach droht nun sogar der Rückfall in längst vergangen geglaubte Zeiten, dem einer reinen Männerdomäne. Unter den aktuellen zehn Kandidierenden für den künftigen Gemeinderat befindet sich eine einzige Frau.

Gründe, warum Frauen für ein politisches Amt zögern, gibt es genügend. Umfragen zeigen, dass sie unter Druck stehen, besser zu sein als ihre männlichen Amtskollegen, um das Gleiche zu erreichen. Auch ihr Äusseres, ihr persönlicher Lebenswandel und ihr Auftreten würden strenger beurteilt. Das mag stimmen: Schliesslich liegt es aber an den Frauen selbst, den Einstieg zu wagen. Nur wer den Mut aufbringt, zu kandidieren, kann den weiblichen Vorbildern folgen, die in den letzten Jahren auf vielen Stufen einiges bewegt haben. Nur wer sich engagiert und mitpolitisiert, kann Strukturen verändern und so dafür sorgen, dass sich Familie, Beruf und Politik besser vereinbaren lassen. Mit diesem Selbstverständnis sollten auch die Frauen in der neuen Gemeinde Zurzach ihre Rolle überdenken und selbstbewusst den Schritt wagen. Es wäre eine wichtige Voraussetzung, damit sie in der Politik nicht weiterhin Einzel­figuren bleiben.