Polemik
Man gönnt sich ja sonst nichts

Silvan Hartmann
Silvan Hartmann
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Für das eigene Hobby nur das Beste vom Neusten.

Für das eigene Hobby nur das Beste vom Neusten.

Zur Verfügung gestellt

Man muss es immer wieder sagen: Wir haben es gut in unserer schönen Schweiz. Und das, obwohl sich 70 Prozent der Arbeitnehmenden wegen des Leistungsdrucks im Büro gestresst fühlen.

Doch für unseren aufopfernden Arbeitsalltag haben wir uns etwas verdient: Geld – und das mehr als so manch gestresster Arbeiter auf dieser Welt. Das hat zur Folge, dass wir wohlhabenden Schweizer manchmal zu unvernünftigen Konsumenten mutieren, sobald sich auf dem Sparkässeli etwas angesammelt hat. Für mein Hobby, Eishockey, habe ich kürzlich einen Stock für 480 Franken gekauft. Es muss für das grösste Hobby schon das Beste vom Neusten sein – man gönnt sich ja sonst nichts. Doch das stösst in den eigenen vier Wänden auf viel Unverständnis. Doch eine Handtasche für über 1000 Franken ist dann schon viel vernünftiger ...

Übrigens: Letzte Woche bin ich vom Training ohne Luxusstock nach Hause gefahren. Ein Gegenspieler hat diesen bei einem Zweikampf zerstört. Ein Kommentar blieb nicht aus: «Hesch gseh? Ich han im Fall mini Handtäsche noh!» Die Frage soll erlaubt sein: Wer hat in seinem Leben schon nicht mal Geld aus dem Fenster geworfen? Eben.