Deutschkurs für Mütter
Macht weiter mit euren lästigen Fragen

Bürger und Politiker ärgern sich oft über scheinbar unnötige Vorstösse, die Parlamentarier einreichen. Im Grossen Rat steht bei jedem Vorstoss, wie viel die Beantwortung kostet. So will man die Parlamentarier für das Problem sensibilisieren.

Sabina Galbiati
Sabina Galbiati
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Wie viele Jahre hätte man den Beitrag für den Deutschkurs weiter falsch gebucht, bis es jemand bemerkt hätte und werden noch andere Beträge auf falsche Konten gebucht? (Symbolbild)

Wie viele Jahre hätte man den Beitrag für den Deutschkurs weiter falsch gebucht, bis es jemand bemerkt hätte und werden noch andere Beträge auf falsche Konten gebucht? (Symbolbild)

Keystone

Auch in Wettingen lösten Vorstösse in letzter Zeit gelegentlich genervte Reaktionen aus. Insbesondere die Interpellation zur Teilnehmerzahl am Kurs «Deutsch für fremdsprachige Mütter» war kompliziert und hat mehrere Abteilungen und Personen beschäftigt. Dabei geht es lediglich um 40 Teilnehmerinnen und 6000 Franken pro Jahr. Doch erst die Interpellation hat zutage gebracht, dass über mehrere Jahre die Beiträge von 150 Franken auf das Konto «Elternbeiträge Aufgabenhilfe» statt auf «Deutsch für Mütter» gebucht wurden.

Die Falschbuchungen sind kein Kapitalverbrechen; der Betrag ist für eine Gemeinde mit 20 000 Einwohnern verschwindend klein. Doch die Interpellation wirft Fragen auf: Wie viele Jahre hätte man weiter falsch gebucht, bis es jemand bemerkt hätte und werden noch andere Beträge auf falsche Konten gebucht? Auf die Interpellation folgt nun eine Motion. Sie fordert: Das interne Kontrollsystem der Gemeinde soll überprüft und optimiert werden.

Interpellationen und Vorstösse mögen zu lästigen Sitzungen und beträchtlichem Aufwand in der Verwaltung führen. Diese Frage-Antwort-Spiele gehören aber zwingend zum demokratischen Prozess. Zwar kommt nicht jedes Mal ein Skandal ans Licht, aber Fehler werden erkannt und Verbesserungen vorgeschlagen.